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Leserbrief

Sorgen um Sicherheit und Gesundheit der Anwohner

Karlheinz Heeb, Erikaweg 18, Vaduz, Klaus Walter, Erikaweg 16, Vaduz | 10. Juli 2015

Deponie «Im Rain»

Am Samstag, den 27. Juni, luden die Gemeinde Vaduz, die Bürgergenossenschaft Vaduz und die Firma Christoph Gerster AG zur Besichtigung der Deponie «Im Rain» in Vaduz ein. Es ist erfreulich, dass wir jetzt eine Deponie für Bauabfälle besitzen, die den Deponiebetrieb für weitere 70 Jahre sicherstellt.
Sorgen machen wir uns jedoch über den Abbau von Kiesmaterial direkt oberhalb beziehungsweise zwischen zwei Wohngebieten und die möglichen negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur. Der entstehende Raum wird nachher verfüllt und überschüttet. Das Abbauvolumen wird rund zwei Milllionen Kubikmeter Rüfekies (!) betragen und das Deponievolumen soll rund 3,3 Millionen Kubikmeter ausmachen. Das sind Grössenordnungen, die für uns kaum vorstellbar sind. Im Übrigen ist die durch den Kiesabbau entstehende Lärm-und Staubbelastung nicht zu unterschätzen.
Die ganze Erweiterung der Deponie findet in einer Schutzzone statt. So wird der Bannwald rund um die Rüfen seit Jahrhunderten gepflegt und gehegt zum Schutz der hier lebenden Menschen. Erinnert sei auch an die Verstärkung der Rüfeverbauungen in den letzten Jahren und den Bau der Binnendämme, die in den 30er-Jahren errichtet wurden. Kommt hinzu, dass Bäume in der ganzen Zone nur mit Bewilligung der Gemeinde gefällt werden durften. Jetzt wurden und werden grös-sere Flächen Bäume gerodet.
Im Namen der Anwohner der Rüfestrasse/Erikaweg sind wir im Verlauf des Jahres 2014 und Anfang 2015 bei der Gemeinde Vaduz, bei der Vaduzer Bauverwaltung und beim Amt für Bevölkerungsschutz vorstellig geworden, um unsere Bedenken und Sorgen vorzubringen.
Auf unseren Wunsch hat die Vaduzer Bauverwaltung eine Risikobeurteilung von der Baugeologie und Geo-Bau-Labor AG, Chur eingeholt, um abzuklären, «ob durch die Kies-entnahme der oberhalb der Deponie liegende Hang in seiner Stabilität geschwächt wird und das Bergsturzrisiko sich erhöht. Zudem sollte die Frage über ein erhöhtes Risiko der Rüfegänge geklärt werden.»
Der Bericht der Baugeologen erfolgte am 10. Oktober 2014 und ergab zusammengefasst folgendes: Durch die geplante Deponieerweiterung «Im Rain» können vermehrte Rutschungen und Murgänge im darüber liegenden Einzugsgebiet «ausgeschlossen werden». Da uns diese Antwort nur teilweise befriedigte, gab das Amt für Bevölkerungsschutz in Bezug auf das Bergsturzrisiko am 15. Januar 2015 folgende zusätzliche Erklärung ab: «Ebenso ist ein erhöhtes Bergsturzrisiko durch die geplante Deponieerweiterung auszuschliessen.»
Alle diese Erklärungen und die Risikobeurteilung der Baugeologen wirken auf uns zwar beruhigend. Trotzdem bleibt für uns Anwohner Rüfestrasse/Erikaweg aber ein mulmiges Gefühl. Wird sich die Natur durch diesen massiven Eingriff eines Tages bitter rächen?

Karlheinz Heeb, Erikaweg 18, Vaduz, Klaus Walter, Erikaweg 16, Vaduz

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