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Leserbrief

Es geht weiter ...

Otto Beck,Bergstrasse 119, Triesenberg | 9. Juli 2015

Bauarbeiten in Malbun

Sie fahren wieder täglich durch unser Dorf ins Malbun, Betonmischer, Lastwagen mit Maschinen und Baumaterial. Wenigstens sind sie mehrheitlich bunt und nicht nur grau und schwarz wie die meisten Pkws. Kurz nach sechs Uhr geht’s los, vorbei ist’s mit der Ruhe. Dazu eine Flotte von Arbeitern und Gewerbetreibenden.
Ja, es hat noch Platz für viele Tausend Tonnen Beton in Malbun. Der erste Eindruck ist ernüchternd. An der Überführung, natürlich aus Beton, prangt in goldenen Lettern «Willkommen in Malbun». Aber auf den Parkplätzen in den Legföhren sieht man die gesichtslosen Betonbauten der Bahnen, das Heizwerk und nun auch den Rohbau des Jufa-Hotels. Dreck, Kies und Staub prägen diesen Bereich. Mit wem ich auch spreche, alte Malbuner, auch Wirte und Gäste, sind der Meinung, jetzt sei Malbun kaputt gebaut. Vielleicht treffe ich auch nur die falschen Leute?
Ich wandere über die desolate Stubistrasse am geschlossenen! Familienhotel Gorfion vorbei Richtung Pradamé. Nur noch sieben Kräne, vor einem Jahr waren es noch zehn, ein kleiner Lichtblick. Der Parkhallenbau sticht buchstäblich ins Auge. Nach seiner Fertigstellung verschwinden vielleicht einige Dutzend Autos darin, die jetzt überall vor den Ferienhäusern stehen. Weiter geht’s über den Panoramaweg. Hier ist Ruhe, der Bach rauscht von den Wasserköpfen, die Murmeltiere schweigen, vielleicht sind sie weggezogen. Die Natursteinmauer, Trennung von Wiese und Alpe,
entlang des Weges, ist zerfallen. Als Fronarbeiter wäre ich dabei, sie wieder instand zu stellen, wenn das jemand an die Hand nähme.
Die Glocken der Rinder auf der Turna bimmeln, während am Wildhu-ser Schafberg die Sonne traumhaft untergeht. Welch eine Idylle, wenn da nur der vordere Ortsbereich nicht wäre. Bei der Friedenskapelle frei laufende Pferde, so schön. Von unten dröhnt aus dem hermetisch geschlossenen Festzelt auf dem staubigen Parkplatz der Baustelle «Rock around Malbun». Die Äuteli-bahn vor dem Schluchertreff, ein Hingucker.
Oh du schönes Malbunertal, du stellst den Himmel auf Erden dar – das war einmal, sehr schade.

Otto Beck,
Bergstrasse 119, Triesenberg

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