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Leserbrief

Pepo der Gute

Jo Schädler,Eschnerstr. 64, Bendern | 6. Juli 2015

1FL-TV-Interview

In der Psychiatrie sagt um elf Uhr der eine zum andern: Lass uns Verstecken spielen, bis es Mittagessen um Zwölf gibt. Gern, sagt der andere. Darauf sperren sie den einen in einen Schrank und der andere fängt an zu suchen. Er rennt im Zimmer auf und ab, findet nix. Dann rennt er über die weiten Flure, findet nix. Dann rennt er ums Haus herum, findet nix. So kommt er fünf vor zwölf schweissgebadet ins Zimmer, sperrt den Schrank auf und sagt zu dem Versteckten: Du kannst nun herauskommen, ich habe dich nicht gefunden.
Schweissgebadet war auch ich, wie im 1FL-TV der Altpräsident der Freien Liste, Pepo Frick, nicht müde wurde, zu erklären, was in seinen Augen Staat ist und was er sein sollte. Der Staat müsse sich mehr um seine Menschen kümmern, denn es gäbe ja neben der Volkswirtschaft auch die Sozialwirtschaft. Dass der Staat bei Ospelt die tiefen Löhne mit 2600 Franken subventionieren müsse, wäre ein Ding der Unmöglichkeit und wirft die Frage in den Raum, ob wir solch billige Arbeitsplätze noch wollen und stellt die Forderung nach noch mehr Regulierung und noch mehr staatlichen Eingriffe. Wohl mit dem Hintergedanken, den Staat noch mehr aufzuplustern, sodass auch für einen «Weissen» da und dort eine gepolsterte Stelle frei wird.
Dazu eine kleine Geschichte: Ein Grossunternehmen im Lande braucht einen Spezialisten und findet ihn in Deutschland. Jener mit Namen Holger kommt mit Frau Marina, einer Frisörin und Sohn Kevin ins Land. Kevin ist in der Schule kein so Weltmeister und beim Versuch, eine Lehrstelle zu finden, hapert es gröber. Darum wählt er den Weg des Glücks durch Zufall. Marina will, nachdem Kevin aus dem Hause ist, nicht mehr als Frisörin arbeiten, weil sie im Frisiersalon den ganzen Tag stehen muss und setzt sich lieber an ein Förderband in der Fabrik. Eines Tages verliert auch der Holger seine Arbeitsstelle, weil seine Abteilung in ein Billiglohnland ausgelagert wird. Holger reiht sich nun zu den etwa 600 Arbeitslosen im Lande ein, bei welchen inzwischen auch der Kevin Dauergast ist.
Nun zwei Fragen an Pepo Frick: Da der Kevin und die Marina keine Leistungserbringer und sie gerade einmal für Förderbandarbeiten brauchbar sind, soll man sie nun einfach als Dumpfbacken Landes verweisen, weil wir uns keine Billigarbeitsplätze mehr leisten wollen? Und zweitens: Hätte die Firma, die den Holger ins Land holte, zuerst die ganze Familie prüfen müssen, ob sie überhaupt FL-tauglich ist? Bin nun gespannt, ob Pepo die Lösung ausserhalb des Schrankes findet.

Jo Schädler,
Eschnerstr. 64, Bendern

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