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Leserbrief

Staatlich subventionierte Ausbeutung

Die Freie Liste | 23. Mai 2015

Eurolöhne

Die Freie Liste ist empört über den scheinbar legalen, aber nichtsdestotrotz absolut inakzeptablen sogenannten «freiwilligen Umstieg» auf Eurolöhne bei der Tiernahrungsproduktion der Herbert Ospelt Anstalt. Unter Androhung einer Änderungskündigung mussten die Mitarbeiter zu einem fiktiven Kurs von 1.15 Franken eine Lohnreduktion von circa 10 Prozent hinnehmen, sonst seien der Standort Bendern und die Arbeitsplätze in Gefahr. Kann bei einem Lohn von 3100 Franken bis 3500 Franken wirklich von Arbeitsplätzen gesprochen werden oder handelt es sich hier nicht schlicht und einfach um Ausbeutung? Ist Schichtbetrieb bei 40 Grad und starker Geruchsbelastung wirklich nicht mehr wert? Wie soll ein Arbeitnehmer mit diesem Gehalt in Liechtenstein leben? Er kann es nicht. Der Staat muss ihm unter die Arme greifen und subventioniert so die Herbert Ospelt Anstalt.
Die neo-liberale Politik schweigt zu sogenannten «Arbeitsplätze um jeden Preis». Egal, ob der Staat und somit der Steuerzahler über Lohnergänzungen, Prämienverbilligung, Mietbeihilfen und ähnliche Unterstützungsbeiträge draufzahlt, bis ein einigermassen ausreichender Lohn zusammenkommt. Egal, dass dadurch die Löhne aller Arbeitnehmer unter Druck geraten. Nach bewährter Methode werden hier Gewinne privatisiert und die Kosten den Steuerzahlern aufgedrückt: Die Fraktion der Freien Liste zieht derzeit Massnahmen in Betracht.

Die Freie Liste

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