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Leserbrief

Eine nötige ganzheitliche Verkehrspolitik und die S-Bahn als Teil davon

Mario F. Broggi,St. Mamertenweg 35, Triesen | 23. Mai 2015

Verkehrspolitik

Die Verkehrspolitiken verpuffen in ihrer Wirkung, weil man «hüst und hott» fährt, d. h., Strassen sät und gleichzeitig den öffentlichen Verkehr fördert (vgl. Alpentransversale und Gotthardröhre in der Schweiz). Die nötigen Massnahmen (z. B. Parkrestriktionen, Gebühren wie Vignetten, Bus und Bahn, Arbeitszeiten, Raumplanung etc.) müssten wesentlich besser aufeinander abgestimmt werden, also zielgerichtet sein, und das über Jahrzehnte. Wir diskutieren beispielsweise im Land über die S-Bahn und gleichzeitig werden grosse Parkgaragen (Ruggell, Eschen) gebaut.
In letzter Zeit stand in Liechtenstein die S-Bahn im Kreuzfeuer der Kritik, mit angeblich hohen Kosten und geringer Wirkung. Die S-Bahn ist ein Thema, geeignet für jede Polemik, weil direkt nur Schaanwald, Nendeln und Schaan davon profitieren können. Das würde verkürzt betrachtet für jede Abstimmung schwierig. Der nötige Fokus der Betrachtung wäre aber in Wirklichkeit ein ganz anderer. Wir müssten alles daransetzen, die internationale Bahnlinie durchs Land zu stärken, damit wir im mittleren Alpenrheintal bahnmässig nicht abgehängt werden. In Zeiten des «Just in time» ist beispielsweise die Industrie auf rasche Zulieferungen angewiesen – und dies ohne Staugefahr. Damit ist unser europäischer wirtschaftlicher Subknoten immer mehr auf solche Mobilität angewiesen. Beim langfristigen Verbleiben von Engpässen wie bei der eingleisigen ÖBB-Linie Buchs–Feldkirch droht, dass die Linie Bregenz–St.Gallen aufgewertet und wir zunehmend abgehängt werden. Und sind die erwähnten 50 Millionen Franken wirklich so überbordend als «Subvention» für Österreichs Bahnlinie? Das macht die Schweiz als Angebote im Falle Italiens und Deutschlands schon lange, um ihre Alpentransversale oder die Verbindung nach München aufzuwerten. Vergessen wir aus ganzheitlich staatspolitischer Sicht auch nicht, was die umgebenden Staaten für uns alles leisten, z. B. im Hochschulwesen. Oder nehmen wir den konkreten Fall der Schweiz mit der N13, an die wir keinen Rappen bezahlt hatten und die uns als liechtensteinische Umfahrungsstrasse dient. Der Wirtschaftsstandort Buchs, zunehmend wirtschaftlich mit dem Land verbunden, hat im übrigen auch etwas mit der Bahnlinie nach Österreich zu tun. Also verbeissen wir uns nicht zu fest in die S-Bahn-Problematik und sehen wir die grösseren Zusammenhänge. Dann ist die S-Bahn allenfalls ein mögliches positives Beiwerk für die Zukunft.

Mario F. Broggi,
St. Mamertenweg 35, Triesen

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