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Leserbrief

«Schilda» zum Zweiten

Ruth Schöb, Auring 57, Vaduz, eine besorgte Liechtensteinerin | 18. Mai 2015

KVG-Revision

Die Apotheke mit vielen Angestellten arbeitet ebenfalls nicht ohne Gewinn, ihre Margen auf die Medikamentenpreise sind dementsprechend hoch. Bei der Selbstdispensation sind die Medikamente beim Arzt zum Teil günstiger als in der Apotheke. Also, wo wird mehr gespart?! Die Krankenkassen sind Unternehmen mit Millionen verschlingendem Verwaltungsapparat in noblen Geschäftshäusern am besten Platz, was auch nicht zur Prämienverbilligung beiträgt, eher zum Gegenteil. Der Gesellschaftsminister versprach früher die Einheitskrankenkasse, davon steht nichts mehr in dieser KVG-Revision. Die Ärzte haben durch zweijährige Tarifverhandlungen mit der Regierung 3,5 Millionen eingespart. Man muss zum Schluss kommen, dass die fehlenden 19 Millionen des reichen, schwarze Zahlen schreibenden Staates mit dieser KVG-Revision nicht aufzubringen sind. Es sollen geschätzte (!) 315 Franken pro Jahr für jeden Versicherten als Prämienreduktion anfallen. Aber die maximal zu tragende Kostenbeteiligung, Mindestfranchise plus Selbstbehalt, erhöht sich von 800 auf 1400 Franken! Diese 600 Franken pro Jahr übersteigen die 315 Franken Prämienreduktion! Diese KVG-Revision ist ein undurchsichtiges, verwirrendes, risikoreiches Gebilde, welches die Prämienerhöhungen nicht aufhalten kann. Die Schweiz leidet unter dem gleichen Problem. Wie gross muss der Hochmut sein, zu glauben, dass ausgerechnet der Gesellschaftsminister, der Landtag, glauben, das «Ei des Kolumbus» gefunden zu haben. Dann erscheint der revidierte Tarmed, den keiner kennt und der in der Schweiz nicht zum Sparen geführt hat, im Gegenteil, einzelne Fachärzte verdienen mit dem Tarmedtarif mehr. Vielleicht wäre Bhutan ein Vorbild, das einzige Land der Welt, dem das Glück seiner Bewohner wichtiger ist als sein wirtschaftlicher Erfolg. Ein Land so gross wie die Schweiz. Dort ist das Glück in der Verfassung verankert. Das Gesundheitswesen ist dort gratis, vom Staat finanziert. Wenn uns Bhutan zu weit weg ist, ein Bauernstaat, wie unser Land vor dem Neureichtum, dann könnten wir es mit Demut versuchen. Falls dieses Wort noch jemand kennt? Solange wir unsere beste Medizin, (für Jung und Alt) die wir jetzt geniessen, behalten wollen, werden systembedingt die Prämien steigen. Ausser der Staat subventioniert mehr oder es gibt vermögens- oder einkommensabhängige Prämien oder die Einheitskrankenkasse. Es gibt etablierte Ärzte, die unter diesen Bedingungen das nahe Ausland ins Auge fassen, wo Ärztemangel herrscht.


Ruth Schöb, Auring 57, Vaduz, eine besorgte Liechtensteinerin

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