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Leserbrief

Solidarität

Vorstand des LiechtensteinerSeniorenbundes (LSB) | 15. Mai 2015

KVG-Revision

«Besonders die Senioren interpretieren die Generationensolidarität nur sehr einseitig»: Diese Aussage formulierte – gemäss «Volksblatt» – der Abgeordnete Wolfgang Marxer in der Debatte zur ersten Lesung des neuen KGV in der letzten Landtagssitzung. Das fährt ein. Nach dem Überwinden des ersten Schocks drängen sich Fragen auf: Wie kommt der Mann zu einer so undifferenzierten Feststellung? Hat er in seinem persönlichen Umfeld so wenig Solidarität erfahren? Ist es seine ideologische Verblendung, die ihn zu dieser Schlussfolgerung führt? Oder sind es gar einige Anliegen, die der Liechtensteiner Seniorenbund in einem Brief an die Abgeordneten des Landtags zum KGV formuliert hat?
In diesem Schreiben (es ist im Internet auf www.seniorenbund.li abrufbar) fordert der LSB tatsächlich Solidarität ein. Wir wollen nur einen Punkt herausgreifen, der uns am Herzen liegt: Die Wahlfranchise von 4000 Franken. Diese führt zu einer Entsolidarisierung der Versichertengemeinschaft. Junge und Gesunde werden eher eine hohe Wahlfranchise und damit tiefere Prämien wählen als Senioren und Kranke, da für erstere das Risiko klein ist. Wir gehen davon aus, dass die Prämien für die nur obligatorisch Versicherten nicht auf dem bisherigen Niveau gehalten werden können und steigen werden, wenn sich eine grosse Mehrheit der Gruppe mit kleinem Krankheitsrisiko für die höchstmögliche Franchise entscheidet. Der «Herauskauf» aus der Solidarität kann auch noch auf die Spitze getrieben werden, zum Beispiel nach einer ungünstigen ärztlichen Diagnose oder nach dem Erreichen eines höheren Lebensalters (mit steigendem Krankheitsrisiko), wenn der Versicherte, der bis anhin von einer tieferen Prämie profitiert hat, auf die gesetzliche Minimalfranchise wechselt.
Eine rein ökonomische Betrachtungsweise einer Sozialversicherung wie der Krankenkasse ist nicht zulässig. Sie ist nicht vergleichbar mit einer Sachversicherung wie zum Beispiel der Autohaftpflichtversicherung, wo einseitig auf das Verursacherprinzip abgestellt wird.


Vorstand des Liechtensteiner
Seniorenbundes (LSB)

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