Leserbrief

Fünfkopfquotenschüttler

Jo. Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 12. Mai 2015

Frauenquote

Bei der Betrachtung um eine Quotenregelung für Frauen in der Politik kommen wir nicht umhin, die Angelegenheit in ihrer Ganzheit und Komplexheit zu betrachten. Die Lösung des Problems ist in der gesamten Palette menschlichen Daseins zu suchen. Die Frau als solche, in all ihren Darstellungen, die uns die Geschichte bietet und auch lehrt, muss sich mit ihren segensreichen Leistungen und Zutaten am menschlichen Fortschritt beileibe nicht verstecken. Ganz im Gegenteil. Wo wären wir heute, sei es in der Malerei oder in der Musik, ohne die betörenden Musen, welche die Künstler unsterblich machten. Wo wären wir ohne die endlos langen Listen der erfolg- und segensreichen Frauen in der Menschheitsgeschichte. Auch in der Politik, in der Wirtschaft, der Wissenschaft, oder einfach am heimischen Herd. Von der Nofretete, zu Kaiserin Sissi, dann zu der Jungfrau von Orleans, hinüber zu Alice Schwarzer, im Gedenken an die goldene Bos hin zu Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und jetzt, noch nie dagewesen, eine Frau auf dem Präsidentensessel von Amerika. Also, wenn die Hillary Clinton es nun auf das höchste Amt der Welt ohne Quotenregelung schafft, dann ist eigentlich unklar und rätselhaft, was gewisse Frauenverbände und Politikessenbewegungen dennoch geregelt haben wollen. Da macht eine kleine zierliche Frau vor, wie unquotiert auch für das schwache Geschlecht da und dort Posten zu holen und auch auszusitzen sind. Selbst die Angela Merkel hat es ohne Quote in die höchste Lohnklasse geschafft. Und das in einem von starken Männern wie Bismarck, Adenauer, Hering, Lübke und so weiter geprägten Land. Gut, sie ist dort nur Bundeskanzlerin – aber immerhin. Und das als Ossifrau, die Physik anstatt Politik studiert hat.
Es scheint also klar, dass es überall auf der Welt ohne Quote machbar ist und es Frauen sogar dann noch schaffen können, selbst wenn sie das Falsche studiert haben. Dem breiten Wunsch der kampfeslustigsten unter ihnen, zusammengeschlossen in Tarngruppierung, die gerne das weiblich Zarte als das Unantastbare vor die Haustüre hängen, gerecht zu werden, gibt es aus-ser der höchst undemokratischen Quote nur eine einzig tragbare Lösung. Es dürfen alle vier Jahre alternierend nur Frauen, dann wieder nur Männer zu Wahl antreten. Und wenn das nicht genügt und die Frauen es auch dann nicht schaffen, dann kann man vor so viel weibischer Selbstaufgabe und Selbstbemitleidung nur noch den Kopf schütteln. Nur da langt einer alleine nicht und man bräuchte etwa fünf dazu.

Jo. Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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