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Leserbrief

Sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter Pio Schurti,

Achim Vogt,Rheinstrasse 21, Balzers | 9. Mai 2015

Alpwirtschaft

Sie geben auf Anfrage im Landtag bekannt, dass eine Schafalpung auf liechtensteinischen Alpen fragwürdig wäre und stellen sogar die Behauptung, gemäss «Vaterland»-Bericht wörtlich: «Denn auf dieser Weide kann im darauffolgenden Jahr kein Rindvieh mehr gesömmert werden.»
Darauf möchte ich Sie fragen, wie Sie als Sohn einer Bauernfamilie auf eine solche Aussage kommen.
Ich halte seit rund 40 Jahren Schafe und beweide von einigen Landwirtschaftsbetrieben mit Rindviehhaltung einige Hektaren Boden, diese teils als Vorweide und teils Nachweide. In der Gemeinde Balzers werden auf der Mälsner Allmeind seit Jahren Schafe auf die Vorweide getrieben und circa zwei Wochen später mit Rindvieh bestossen, im Kanton Graubünden, wo ich meine Schafe zur Sömmerung gebe, wird sogar Mischweide mit Schafen, Rindvieh und Pferden betrieben – und dies seit Jahren ohne welche mir bekannten Probleme. Auch Landesveterinär Dr. Peter Malin konnte mir anhand einer telefonischen Besprechung bestätigen, dass ihm in seiner bisherigen Amtsperiode keine gesundheitlich negativen Auswirkungen auf das Rindvieh bekannt wären. Dazu möchte ich Sie bitten, diese Aussage anhand eventuell Ihnen vorliegenden Gutachten etc. genauer zu begründen oder aber mit solchen Aussagen in Zukunft vorsichtiger umzugehen. Ich finde es bedauerlich, dass mit allen Mitteln versucht wird, der Bevölkerung weiszumachen, dass in Liechtenstein keine geeignete Schafalpung möglich wäre, aber im Gegenzug diverse Anstrengungen unternommen werden, um schweizerisches Rindvieh in unser Land zu bringen, koste dies, was es wolle und immer auf Kosten der Steuerzahler. Sie wissen sicherlich auch, dass jährlich circa 1000–1500 Schafe auf Schweizer Alpen gesömmert werden, was für uns mit hohen Transportkosten, Stress für die Tiere durch stundenlange Anfahrtswege und Verlust des Alpkostenbeitrages verbunden ist. Also bleibt nur zu hoffen, dass sich die restlichen Landtagsmitglieder vor einem definitiven Beschluss nochmals genauere Informationen einholen. Die Schafhalter wären sicherlich auch bereit für ein ausführliches Gespräch zu diesem leidigen Thema.
Es kann doch nicht sein, dass Rindvieh, Ziegen, Jaks, Lamas etc. und zu guter Letzt noch Esel mit Steuergeldern immer höher gefördert werden und eine Schafalpung nicht einmal mit einem Pilotprojekt möglich ist, was seitens der Schafhalter schon mehrmals gewünscht worden war.

Achim Vogt,
Rheinstrasse 21, Balzers

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