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Leserbrief

Antwort auf zwei Fragen

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 9. Mai 2015

Frauenquote

Sehr geehrte Frau Büchel Meier, Ihre Fragen beantworte ich gerne. Vorab erlauben Sie mir aber bitte einen kleinen Kommentar zu dem von Ihnen verwendeten Zitat von F. Sagan: «Wer nichts fordert, bekommt nichts!» Die Erfahrung zeigt, dass der Satz wohl (leider) seine Berechtigung hat. Gott sei Dank aber auch nicht in der «Absolutheit», in der er daherkommt. Und selbst wenn er absolute Gültigkeit hätte, kann das nicht bedeuten, dass an die Legitimität, an die Rechtmässigkeit einer Forderung keinerlei Ansprüche mehr zu stellen sind. Und die Forderung nach einer Bevorzugung, Privilegierung ist nicht rechtmässig. «Ein Recht, das Gruppen gesetzliche Ansprüche gewährt, ist politisiertes, missbrauchtes, letztlich in sein Gegenteil verkehrtes Recht.» (Michael von Prollius). Der Ruf nach der Frauenquote ist eine Forderung nach einer Bevorzugung, Privilegierung. «Das schläckt ka Gäss awäck!», würde man im Volksmund sagen. Den Ruf nach mehr Frauen in Politik und Wirtschaft darf man stellen. Das ist ein legitimes Ziel. Nur muss dieses legitime Ziel auch mit legitimen Mitteln erreicht werden. Die Frauenquote ist, aus den erwähnten Gründen, kein legitimes Mittel.
Zu Ihren Fragen:
1. Nein, ich habe keine Angst um meine Pfründe und zwar aus dem schlichten Grund, weil ich keine habe. Oder was sollen das für «Pfründe» sein? Da wäre ich dann gespannt. Angst habe ich ausserdem sowieso weniger, seit mir vor ein paar Jahren bewusst geworden ist, wieviel Angst ich vor wie vielen Dingen habe. Ich habe dann beschlossen, in Zukunft etwas weniger Angst zu haben. Seither habe ich etwas weniger Angst, befürchte ich. Auch habe ich nicht «vergessen, dass Mann und Frau füreinander, in allen Bereichen, geschaffen sind». Ich habe es nicht «vergessen», ich glaube schlicht nicht daran. Ich glaube, dass wir in manchen Bereichen füreinander geschaffen sind, in anderen aber nicht und dass wir die beste Zeit miteinander haben, wenn wir das respektieren. Ich halte Gender-Mainstreaming für eine (sozialistische) Ideologie, bestenfalls für eine Pseudowissenschaft. Höflich ausgedrückt!
2. Nein, Sie gehen nicht recht in der Annahme, dass ich nicht weiss, dass «ein vertrauensvolles, ehrliches, konstruktives Miteinander überall und immer bereichernd, wohltuend, ausgleichend ist und bessere Resultate bringt». Im Gegensatz zu Ihnen bin ich jedoch der Ansicht, dass das langfristig nur dort der Fall ist, wo Verbindungen, welcher Art auch immer, auf freiwilliger Basis eingegangen werden. Wo dieses «Miteinander» per Gesetz, also unter Androhung von Zwang und Gewalt, angeordnet wird, entsteht nichts Nachhaltiges. In diesem Sinne auch: «Die Freiwilligkeit ist die Essenz der Freiheit.» (Roland Baader). Zu Ihren Fragen also: «Zweimal Nein. Tut mir leid!» (Dieter Bohlen). Sie gehen nicht recht in Ihren Annahmen. Ihrer Aufforderung, nachzudenken, werde ich trotzdem nachkommen. Wer will schon dumm sterben? Mit freundlichen Grüssen,

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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