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Leserbrief

Lebensgemeinschaft ohne Mythos

Dr. Ursula Wachter, Rechtsanwältin, Aeulestrasse 20, Vaduz | 7. Mai 2015

PACS für Mann und Frau

In der Schweiz wird seit Kurzem darüber diskutiert, ob die eingetragene Partnerschaft nach französischem Vorbild nicht auch für Heterosexuelle eingeführt werden soll. Grund dafür ist die steigende Zahl von Paaren, die nicht heiraten, aber dennoch nicht in einem rechtlich ungeregelten Zustand leben wollen. Der schweizerische Bundesrat prüft deshalb die Möglichkeit eines neuen gesetzlichen Zivilstandes für Konkubinatspaare. Bei dem in Frankreich eingeführten pacte civil de solidarité (PACS) handelt es sich um eine gesetzlich geregelte Partnerschaft mit geringerer Wirkung als die Ehe. Er war ursprünglich für gleichgeschlechtliche Paare gedacht, wird inzwischen aber mehrheitlich von Mann und Frau geschlossen.
Liechtenstein hinkt erfahrungsgemäss bei der Modernisierung des Familienrechts den anderen europäischen Staaten hinterher, obwohl die gesellschaftlichen Gegebenheiten hier ähnlich sind. Allein die Revision des Familiennamensrechts – eine eher unspektakuläre Änderung, die es beiden Ehegatten nunmehr erlaubt, ihren Namen nach der Eheschliessung beizubehalten – hat Jahre gedauert. In Anbetracht der auch hierzulande spürbaren gesellschaftlichen Veränderungen, nämlich der Häufigkeit von Scheidungen und Wiederverheiratungen und der so entstehenden Patchworkfamilien, wäre es angebracht, dass auch in Liechtenstein neue Rechtsformen des Zusammenlebens überlegt würden. Es wäre deshalb wünschenswert, wenn sich die Politik diesem gesellschaftlichen Trend stellen und entsprechende Lösungen anbieten würde.

Dr. Ursula Wachter, Rechtsanwältin, Aeulestrasse 20, Vaduz

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