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Leserbrief

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Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 6. Mai 2015

Frauenquote

Ihr Leserbrief von gestern Montag «Es lebe die Quote» macht mich traurig und fassungslos. Sie haben nichts begriffen!
Mit freundlichen Grüssen

Gabi Büchel Meier,
Neudorfstrasse 13, Mauren

… ist – im Gegensatz zu Helen Marxers Meinung – alles andere, als gegen Geschlechterquoten zu polemisieren. Auch wenn ich mich wie-derhole: Eine Geschlechterquote – egal ob für Männer oder Frauen – ist für mich grundsätzlich abzulehnen, weil sie unrecht ist, da sie, egal wo, auf eine Bevorzugung, das heisst eine Privilegierung eines Personenkreises hinausläuft. Sie verstösst gegen das Prinzip der Gleichheit vor dem Gesetz. Ich lehne jede Regelung, die gegen dieses Prinzip verstösst, grundsätzlich ab. Egal wie, wo und wann; sei es im Wahlrecht, im Steuerrecht oder sonst wo. Die Gleichheit vor dem Gesetz muss das Ziel in jedem Staat sein. Ohne sie gibt es keine Gerechtigkeit! Ich bin auch nicht Befürworter eines «Parteienproporz», wie es mir Frau Marxer quasi unterstellt. Ebenso wenig bin ich der der Ansicht, dass das Proporz- grundsätzlich gerechter ist als das Majorzwahlrecht, was nach Frau Marxers Ansicht eigentlich ebenfalls «allen klar ist». Oder wäre es eventuell treffender gewesen, sie hätte gesagt: klar zu sein hat?
Ich spreche auch keiner Frau in einem politischen Amt oder in der Wirtschaft die notwendige Kompetenz ab. Falls Frau Marxer anderer Ansicht ist, möchte sie bitte so nett sein, und mir aufzeigen, wo das der Fall gewesen wäre. Frauen sind in der Politik unterrepräsentiert, weil sich zu wenige von ihnen um eine politische Position bewerben und weil die, die sich bewerben, oftmals leider zu wenig Stimmen bekommen. Männer sind im Synchronschwimmen unterrepräsentiert, weil sich zu wenige von ihnen für diesen Sport begeistern und weil denen, die sich dafür begeistern, in der Regel leider der (höchstwahrscheinlich?) verdiente Zuspruch verweigert wird. Wenn man die heutige Situation der Frauen in der Politik ändern will, müsste man wohl weiter zähe Überzeugungsarbeit leisten. Natürlich ist die Quote da bequemer. (Über Lösungen für das Männer-Synchronschwimmen mag ich nicht nachdenken.)
Abschliessend, Frau Marxer, noch meine Meinung zu dem von Ihnen erwähnten Fall der Berliner Mauer, der Möglichkeit von Frauen, ihre Staatsbürgerschaft an ihre Kinder weiterzugeben, und der Frauenquote. Ereignis eins und zwei erweiterten die Freiheit der Beteiligten, ohne die Freiheit von irgendjemand anderem einzuschränken. Das ist toll! Ereignis drei erweitert die Freiheit eines Personenkreises, indem derjenige von anderen eingeschränkt wird. Das ist fatal!

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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