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Leserbrief

Sehr geehrter Herr Bürki

H. Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 5. Mai 2015

Pensionskassen

Im «Vaterland» vom 4. Mai habe ich Ihren Leserbrief «Pensionskassen – was bewirken sie?» gelesen. Leider ist es mir nicht immer gelungen, die von Ihnen angeführten Beispiele und Zusammenhänge (nahtlos) nachzuvollziehen. Natürlich ist mir dabei bewusst, dass das beschränkte Platzangebot eines Leserbriefes detaillierte theoretische Erklärungen nicht bieten kann und sicherlich (bzw. hoffentlich!) nicht bieten soll. Da mich aber das Thema (Volkswirtschaft) selber interessiert, erlaube ich mir trotzdem die Frage, auf welche Quellen Sie sich beziehen? Gleichfalls bewusst bin ich mir der Tatsache, dass einige, wenn nicht sogar die meisten der von Ihnen dargestellten Zusammenhänge, in weiten Teilen der Öffentlichkeit sehr populär sind und entsprechende Zustimmung geniessen. Nur, sind sie deshalb zwangsläufig richtig? Der britische Philosoph Bertrand Russell hat dazu anscheinend einmal gemeint: «Die Tatsache, dass eine Meinung weit verbreitet ist, belegt noch keinesfalls, dass sie nicht völlig absurd wäre.» Die Gefahr dabei ist, in der Folge auf vermeintliche «Lösungen» und «Massnahmen» hereinzufallen, die nichts lösen, aber vieles verschlimmern. Sie schreiben beispielsweise: «Durch Kauf von Staatsanleihen ... zahlen wir mehr Steuern und Abgaben.» Meine Frage dazu wäre: Sind steigende Steuern und Abgaben tatsächlich durch Pensionskassengelder begründet, die angelegt werden müssen? Meine Ansicht hierzu wäre beispielsweise: Verantwortlich für steigende Steuern und Abgaben ist die staatliche Ausgaben-, Verschuldungs- und Geldpolitik und die stetig steigende Anspruchshaltung von uns, der Bevölkerung. Weiter schreiben Sie: «Durch Aktienhandel werden die Firmen gezwungen, noch mehr Gewinne zu erwirtschaften. Dadurch steigen die Warenpreise ...» Meine Frage: Wenn mehr Gewinn steigende Warenpreise bedeutet, wie erklärt es sich dann, dass z.B. die Firma Apple zwar seit Jahren (Jahrzehnten?) steigende Gewinne ausweist; gleichzeitig die Preise der Produkte aber fallen? Sie schreiben: «Durch Rohstoffspekulationen steigen ... die Preise ...» Meine Frage: Es gibt auch Spekulanten, diese Prototypen der Spezies «Üblicher Verdächtiger», die auf tiefere Preise eines Gutes spekulieren; was ist damit, wenn Preise durch Spekulation fallen? Z.B. so wie der Ölpreis vor ein paar Monaten? Sie schreiben: «Wir bezahlen also ein Mehrfaches von dem, was wir je erhalten.» Meine Frage: Wir bezahlen zwar gutes Geld und bekommen schlechtes (weil inflationiertes Geld) dafür. Aber ein Mehrfaches? Wie viel mehrfach ist dieses Mehrfache? Sehr geehrter Herr Bürki, vielen Dank für Ihre Hilfe. Nichts ist besser, als wenn man sich versteht!

H. Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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