Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Trost, Hoffnung und andere Zitate

Walter-Bruno Wohlwend,Landstrasse 130, Schaan | 4. Mai 2015

KVG-Reform

Als vorletzten Punkt (Traktandum 27) seiner nächsten Sitzung will sich der Landtag am 6./8. Mai 2015 mit der der ersten Lesung einer «Abänderung des Gesetzes über die Krankenversicherung (KVG)» befassen. Nachdem der Staatsbeitrag bereits um insgesamt 24 Millionen Franken gekürzt worden ist und die Prämien aus diesem Grund entsprechend gestiegen sind, soll nun noch zusätzlich die Kostenbeteiligung auf jährlich 1400, für Rentner 950 Franken erhöht werden. Kein Grund zur Freude! Vor allem nicht für jene rund 50 Prozent der Versicherten, die von einer Monatsrente von gut 2000 Franken leben müssen.
Gleichzeitig verkündet die Regierung zu Recht und mit Stolz, dass es ihr gelungen ist, den Staatshaushalt wieder in die schwarzen Zahlen zu führen. 2014 resultierte ein «Gewinn von 65 Millionen Franken in der Erfolgsrechnung und ein leichtes Plus in der Gesamtrechnung» (Presseinformation vom 29. April).
Ist die Regierung beim Gesundheitswesen trotzdem den Vorschlägen des Ministers für Gesellschaft, Mauro Pedrazzini, gefolgt, dessen Äusserungen und Ansichten zur Politik nicht immer und von allen goutiert werden? Ich kenne Herrn Pedrazzini nicht persönlich. Umso interressanter (wenn zugegebenermassen nicht ganz fair) ist es, Zitate aus seinem politischen Alltag in den vergangenen Monaten zu sammeln. Die Auswahl bezieht sich auf das Gesundheitswesen, also auf Frauen und Männer im Lande, die in der Regel mit gesundheitlichen (und finanziellen) Problemen zu kämpfen haben.
Zitate zum Nachprüfen: «Der Leidensdruck bei den Prämien ist offenbar noch nicht hoch genug.» («Vaterland», 20. September 2014); «Es muss finanziell wehtun, zum Arzt zu gehen.» (Radio-L-Interview 19. April 2015); «Erwachsene Menschen kann man nur über die Geldbörse erziehen.» («Volksblatt», 20. April 2015); «Umsatz heilt.» («Volksblatt», 15. April 2015); «Wer seinen Hund ersäufen will, klagt ihn der Tollwut an.» (Frei nach Molière in der Landtagsdiskussion vom 3. Dezember 2014, Protokoll, Seite 2275).
Lasst uns diese umstrittenen Äusserungen ebenfalls mit einem Zitat schliessen. Es stammt von Maria Ebner von Eschenbach (1830–1916) und lautet: «Über das Kommen mancher Leute tröstet uns nichts als die Hoffnung auf ihr Gehen.»


Walter-Bruno Wohlwend,
Landstrasse 130, Schaan

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung