Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Es lebe die Quote!

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 4. Mai 2015

Frauenquote

Unter dem Titel «Frauen wählen» meldete sich am vergangenen Donnerstag das Frauennetz Liechtenstein per Leserbrief zu Wort. Wobei der Titel, zumindest nach inhaltlichen Gesichtspunkten, irreführend ist. Denn eigentlich geht es dem Netz der Frauen darum, dass es eine Wahl eben genau nicht will. Was das Frauennetz will, ist eine Quotenregelung. Frauen sollen zukünftig in der Politik (und in der Wirtschaft) bevorzugten Zugang zu Ämter und Positionen erhalten, einzig oder zumindest insbesondere, aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht. Die deutsche Schriftstellerin Katja Oskamp schrieb dazu, unter dem Titel «Es lebe der Unterschied», kürzlich in einem Essay in der schweizerischen «Weltwoche»: «Mit Quoten wird die einzige Eigenschaft von uns gefördert, für die wir wirklich nichts können: weiblich zu sein. Das ist nicht Fortschritt, sondern Regression.» Den gesamten Text können Sie über die Internet-Seite der «Weltwoche» abrufen.
(Der Aufsatz ist schlicht grandios!) Mann schöpft wieder etwas Hoffnung und ist versucht, die für das nächste Leben bereits fix gebuchte Klostereintrittsreservation zu hinterfragen. Das Beispiel von Frau Oskamp und die von ihr beschriebenen Lebensläufe ihrer drei Freundinnen machen Mut, dass da doch noch andere Frauen sind; die von der tollen Sorte, die man selber – glücklicherweise Gott sei Dank – früher (und nochmals, Gott sei Dank, auch heute) meistens immer kennengelernt hat. Ich glaube auch wieder daran, dass meine zwei geliebten Töchter zumindest eine Chance haben, vor dieser totalitären, zutiefst freiheitsfeindlichen Ideologie verschont zu bleiben. Die Schande, Vater von Quotenfrauen zu sein, könnte mir eventuell also doch erspart bleiben? (Das Harakiri-Set kann also weiter friedlich vor sich hin rosten!?)
Andererseits ist es irgendwo natürlich auch beinahe eine Verharmlosung, die Quotenregelung einfach nur als Rückschritt zu bezeichnen. Eine Quotenregelung ist vor allem und zuerst einmal Unrecht. Sie ist Unrecht, weil sie einem bestimmten Teil der Gesellschaft, in diesem Falle eben den (Quoten-)Frauen, auf Kosten und zulasten der anderen Gesellschaftsmitglieder, Privilegien einräumen soll. Damit würde das wichtigste (und einzige) Gerechtigkeitskriterium, die Gleichheit vor dem Gesetz, (einmal mehr) durchbrochen. In der Wirtschaft würde eine Quotenregelung – Detail am Rande – die Vertragsfreiheit untergraben und wäre somit nichts anderes als ein weiterer Nagel im Sarg der Freiheit.
Doch hüten wir uns nun davor, das Kind gleich mit dem Bade auszuschütten. Gewisse Quoten wird es immer brauchen. Da liegt das Frauennetz-Seldwyla absolut richtig. «An der Quote führt kein Weg vorbei!» wie es die Gender-Forscherin E. Hanappi-Egger treffend formuliert und, wo sie recht hat, hat sie recht. Freunde, Römer, Mitbürger, ob uns das nun gefällt oder nicht! Es ist nun einmal so! Im Wettbüro geht ohne Quote nichts; dort wird sie immer ihre Berechtigung haben!


Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung