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Leserbrief

Leonhard Adank-Nigg †

| 2. Mai 2015

Balzers

Wer so wie du gewirkt im Leben, wer so erfüllt wie du die Pflicht, und stets sein Bestes hat gegeben, der stirbt selbst im Tode nicht.

Bis zuletzt war Leonhard Adank voller Hoffnung und Zuversicht, seine schwere Krankheit, die er mit Würde und Tapferkeit ertrug, zu besiegen. Jedoch, sie war stärker als sein Wille; am 25. Januar wurde er von seinen irdischen Leiden erlöst.
Leonhard hinterlässt in seiner Familie eine grosse, schmerzliche Lücke. Tieftraurig, jedoch erfüllt von Liebe und Dankbarkeit nahmen seine Frau Berta, die Kinder Petra, Marco und Reto mit Familien, seine Geschwister und alle, die dem lieben Verstorbenen im Leben nahegestanden sind, Abschied.
Gefühlvoll und ergreifend war dann auch der Trauergottesdienst, der von den Freunden der Familie, dem Ensemble Compania Rossini, gesanglich mitgestaltet wurde. Eine grosse Trauergemeinde geleitete den geschätzten Verstorbenen anschliessend zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Balzner Friedhof.
Leonhard Adank kam am 25. Februar 1941, als erstes von sechs Kindern von Hans und Helena Adank, in Fläsch zur Welt. Im grossen Bauernhaus verbrachte er zusammen mit seinen Geschwistern eine karge, aber trotzdem glückliche und erfüllte Kindheit. Er besuchte die Primarschule in Fläsch, die Sekundarschule später in Maienfeld. Schon früh galt es, auf dem familieneigenen Bauernbetrieb mitzuarbeiten. Weil die kleine Landwirtschaft nicht genügend für die achtköpfige Familie abwarf, war der Vater auf einen Nebenverdienst angewiesen. Deshalb wurde für Leonhard bereits in frühester Kindheit während der Sommermonate eine Stelle als Ziegenhirt gesucht. Zwar plagte ihn das Heimweh, die Arbeit als Geissler jedoch prägte sein Leben und er erzählte oft und gerne von diesen Abenteuern. Als Ältester musste Leonhard auch oft elterliche und erzieherische Pflichten übernehmen. Er schickte sich ohne Murren in die an ihn gestellten Aufgaben und wurde dadurch zum grossen Vorbild für seine jüngeren Geschwister. Diese Herausforderungen und Erfahrungen in jungen Jahren formten ihn für sein ganzes Leben und machten ihn zu einem empathischen, umsichtigen und respektvollen, aber auch allseits respektierten und geschätzten Menschen. Er war schon als Jugendlicher äusserst fleissig, zielstrebig und pflichtbewusst.
Nach Abschluss der Schulzeit absolvierte er eine kaufmännische Lehre bei der Firma Cottinelli Weinhandlung AG in Chur. Die anschliessende Rekrutenschule durchlief er bei der Infanterie in Chur. Bei regelmässigen Besuchen des Restaurants Heidihof in Maienfeld lernte er 1960 seine spätere Frau – Berta Nigg aus Balzers – kennen. Um seiner grossen Liebe näher zu sein, nahm er am 1. Juni 1964 eine Stelle als kaufmännischer Angestellter bei der Fix AG in Balzers an. Ohne es zu ahnen, legte er damit den Grundstein für sein Lebenswerk. Am 25. Juni 1966 läuteten die Hochzeitsglocken der Friedenskapelle von Malbun für das glückliche junge Paar. Aus ihrer Liebe entstanden die drei Kinder Petra, Marco und Reto.
Neben dem familiären Glück stellte sich auch der berufliche Erfolg ein. Mit Frau Caroline Apfel, der Gründerin und ehemaligen Besitzerin der Fix AG, fand Leonhard eine Mentorin, die seine beruflichen Qualitäten erkannte und schätzte. Es entwickelt sich zwischen beiden ein Vertrauensverhältnis, das schliesslich am 13. Februar 1986 in der Übernahme der Firma Fix AG durch Leonhard gipfelte. Er leitete die Firma überaus erfolgreich. Verlässlichkeit, Termintreue, guter Kundenservice und Nachhaltigkeit waren die Prinzipien, nach denen Leonhard sein Unternehmen führte. Werte, die für ihn als Mensch genauso wichtig waren wie als Unternehmer. Expansionspläne meisterte Leonhard mit unternehmerischer Weitsicht und grossem Pragmatismus. Für seine Mitarbeiter hatte er immer ein offenes Ohr und begegnete ihnen stets mit grosser Wertschätzung. Er hat gefordert und gefördert und war seinen Mitarbeitern selbst immer ein gutes Vorbild, dies machte ihn in seinem Unternehmen sehr beliebt.
Mit seinem Heimatdorf Fläsch blieb Leonhard zeitlebens treu verbunden. Jahrelang war er Mitglied im Turnverein und später in der Männerriege. Für «sein Fläsch» leistete er unzählige wertvolle und unentgeltliche Dienste. Auch für die Eltern und seinen Bruder Martin war er immer da, wenn sie ihn brauchten. Im Lauf der Zeit wuchs auch seine eigene Familie, er wurde stolzer «Neni» von sechs Enkelkindern. Vor allem für die ältesten Enkel war er nicht einfach nur «Neni», sondern auch eine zentrale Vertrauensperson, was sich in einer tiefen Bindung ausdrückte. Er genoss es, die Enkel in seinem direkten Umfeld aufwachsen zu sehen, die gemeinsame Zeit mit ihnen war ihm wertvoll.
Als Leonhard das Pensionsalter erreichte, begann er sich sukzessive aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen und übergab die Firma schrittweise in die Hände seines Sohnes Marco. Zusammen mit seiner Frau Berta unternahm er Reisen und sie genossen das Leben im Kreise ihrer Lieben. Leider machte sich in den letzten Jahren zusehends eine schwere Erkrankung bemerkbar, diese verunmöglichte ihm, seine geplanten Vorhaben noch zu verwirklichen.
Leonhard Adank hatte das grosse Glück, ein erfülltes und erfüllendes Leben führen zu dürfen. Der liebe Verstorbene ruhe im Frieden, das ewige Licht leuchte ihm.
Allen, die um Leonhard Adank trauern, sprechen wir unser herzlichstes Beileid aus.

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