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Leserbrief

Was klug macht

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 2. Mai 2015

Mindestertragssteuer

Nachdem in von Pepo Frick, als Co-Präsident der Freien Liste, verfassten Leserbriefen zum Beispiel die Rede von einer «viel zu niedrigen Mindestertragssteuer für Treuhänder» war, oder er den Standpunkt vertrat, dass Harry Quaderer, dadurch, dass dieser gegen eine Erhöhung der Mindestertragssteuer argumentiert hat, offensichtlich der Ansicht sei, dass «Treuhänder nichts zur Sanierung des Staatshaushaltes beitragen sollen», hielt ich es für angebracht, auf die simple Tatsache hinzuweisen, dass die Mindestertragssteuer ohnehin vom Treuhandkunden bezahlt wird und nicht vom Treuhänder. Wenn man sich schon dafür stark macht, die steuerliche Belastung irgendeiner Personengruppe zugunsten des Kollektivs zu erhöhen, kann man wenigstens korrekt definieren, wer denn diese Personengruppe eigentlich ist. Finde ich, zumindest. Warum soll das Kollektiv seine Wohltäter nicht kennen müssen?
Nun, die Freie Liste beziehungswweise Pepo Frick mag mir immer noch nicht folgen. Er nennt meinen Hinweis «eine interessante Feststellung über das liechtensteinische Treuhandwesen und (...) eine klare Fehldiagnose». Da staunt der Laie! Bei meinem nächsten Kundengespräch werde ich also die neue «Freie-Liste-Theorie» übernehmen. Beim Thema Mindestertragssteuer werde ich einfach zum Kunden sagen: «Das kann dir ohnehin egal sein, da ich als dein Treuhänder das bezahle.» Wahrscheinlich wird er dann zwar sagen: «Spinnst du? Gerade hast du das Geld von meinem Konto bezogen!» Aber dann antworte ich einfach: «Geh besser zum Arzt, wenn Du solche simplen Zusammenhänge nicht begreifst. Ich hab hier eine kompetente Adresse.»
Gang abgesehen davon ist es auch interessant, wenn ein Vertreter der Freien Liste davon spricht, dass sich «Unternehmen, zusammen mit Handwerkern und Treuhändern, dem sich verändernden Umfeld anpassen, die Kosten senken und die Preise für den Endkunden ebenfalls anpassen müssen, um sich im härter werdenden internationalen Umfeld zu behaupten». Kommt der Staat ins Spiel, verkehren sich diese Gesetze bei denselben Leuten ins genaue Gegenteil. Der Staat soll sich einfach bei ein paar seiner (anderen!) «Endkunden» holen, was in der Kasse fehlt.
Wenn man diese Logik verstehen will, hilft wahrscheinlich eine Erkenntnis des deutschen Sozialwissenschaftlers Manfred Kleine-Hartlage: «Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass Linkssein klug macht: Wenn man jahrzehntelang hochkomplizierte Theorien entwickeln muss, deren einziger Zweck darin besteht, völlig blödsinnige Thesen zu untermauern und offensichtliche Tatsachen in Abrede zu stellen: Das ist wahres Gehirnjogging!»


Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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