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Leserbrief

Konzil ohne Konzil

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 2. Mai 2015

Glaube

... für Ihre Stellungnahme zum offenen Brief an den Landtag und die Regierung, eine Beschwerde über die Chrisammesse am Gründonnerstag. Ihrem Schreiben ist eigentlich nichts mehr beizufügen, es sollte jetzt allen alles klar sein.
Katholiken meines Jahrgangs haben noch viele Jahre die Messe im alten Ritus miterlebt. Was so lange gut war, kann nicht heute verboten sein. Die Attacke gegen unseren Bischof ist offensichtlich.
Generalvikar Walser hat gegenüber Radio L gesagt, dass es wichtigere Themen gebe, um die man sich kümmern müsste. Denken wir an die weltweiten Probleme, an das Flüchtlingselend, die Christenverfolgung und neuestens das furchtbare Erbeben in Nepal.
Weil wir aber in unserem gelobten Land anscheinend keine Probleme haben, muss man aus einer Chrisam-messe eines machen.


Edith Schädler,
Gapont 16, Triesen

So benotete W. Müller im «Sonntag» das Wirken von Papst Franziskus. Der ganze Artikel trug den Titel «Die Zukunft der Kirche liegt im Evangelium». Müller setzt sich darin mit dem vieldeutigen Begriff des christlichen Glaubens auseinander. Besonders spannend war für mich seine Überlegung, ob der Mensch an Gott glauben kann – ohne die Kirche. Wir erinnern uns sicher an die lautstarke Behauptung: Jesus ja, Kirche nein! Kirche sind alle Getauften!
Müller denkt tiefsinnig nach über die Kirche als Institution im Zusammenhang mit der Aussage Jesu über das Letzte Gericht: «Was ihr dem/der Geringsten getan oder nicht getan habt, das habt ihr mir getan.» Für ihn ist es aber klar, dass der gelebte Glaube eine Leitung braucht wie jeder Verein.
Auf die Frage, wie der Glaube heute vermittelt werden kann, gibt es für ihn nur eine Antwort: Wenn er kirchlich gelebt wird. Das Evangelium kann nur von Personen – ansteckend – verkündet werden, die es glaubwürdig leben und zwar «verheutigt». Das unterstrich am Ordenstag vergangenen Sonntag auch P. Werlen. Er betonte, dass Ordensleute Propheten sein müssen. Papst Franziskus ist es in Wort und Tat: Ordensmann und Prophet! Werlen zitierte ihn am Guthirtensonntag: Der Hirte müsse bald vor der Herde gehen und den Weg weisen, bald in der Mitte den Geruch der Schafe spüren und bald hinten dafür sorgen, dass keines zurückbleibt. Franziskus kennt sich gründlich aus in der Wissenschaft und Praxis, in Politik und Wirtschaft. Weil er weiss, dass Theorie nicht genügt, bat er die Getauften um die Beantwortung seiner sehr ausführlichen Fragen, wie sie ihren Glauben leben, woran sie leiden. Das weckte eine brennende Neugier auf die Botschaft der Welt-Synode der Bischöfe im kommenden Herbst – wie vor 50 Jahren auf das Konzil. Ich bin überzeugt, dass die Synode nicht am Glaubensinhalt rütteln wird, wohl aber am Kirchenrecht … Sind Sie auch neugierig?

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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