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Leserbrief

Konfrontation zwischen Gesundheitsminister und Ärztekammer bisher vermieden (Teil 2)

Ruth Schöb,Auring 57, Vaduz | 27. April 2015

KVG-Revision

Ich finde, es braucht den mündigen Patienten, der nicht zuerst seine eigene Diagnose mittels «googeln» erstellt und dann von Arzt zu Arzt rennt, um die teuren Untersuchungen (MRI, CT etc.) zu bekommen, die er meint, haben zu müssen. Diese Ärzteodyssee verursacht unnötige Kosten. Da steht der Patient in der Pflicht.
Aber eine moderne Medizin (wie sie von verantwortungsvollen Ärzten hier jetzt betrieben wird), muss auch zukünftig für junge und ältere Menschen gleichermassen erhalten bleiben. Dazu braucht es Vertrauen und nicht Missgunst, Neid oder gar bösartige Spekulationen. Ein so reiches Land wie Liechtenstein kann sich dies auch leisten. Die Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen.
So wie die KVG-Revision jetzt gedacht ist, wird sie früher oder später einen Scherbenhaufen hinterlassen. Sie macht es den Ärzten unmöglich, ihren Beruf dank Sanktionen mit Ethos auszuüben, was auch eine Abwanderung zur Folge haben könnte. Das Vertrauen Arzt-Patient ist gestört. Die Prämien werden trotzdem steigen und der Gesellschaftsminister wird dann wahrscheinlich nicht mehr auf seinem Stuhl sitzen. Eine so wichtige Frage kann meiner Meinung nach nicht ein Regierungungsmitglied entscheiden, da muss das Volk mit ins Boot genommen werden, da müssen öffentliche Debatten geführt, Leserbriefe geschrieben werden. Da braucht es den offiziellen Dialog mit dem Gesellschaftsminister und der Ärztekammer.
Jeder kann morgen schon schwerst krank sein, ob jung oder alt, ob Gesundheitsminister oder Rentner – und wer möchte dann auf seine benötigte (teure) Dialyse, Chemotherapie, Psychotherapie verzichten? Wir sind hier monetär so privilegiert, dass dies auch machbar ist.

Ruth Schöb,
Auring 57, Vaduz

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