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Leserbrief

Gesundheitspolitische Geisteshaltung quo vadis?

Michael Lins, Galenburst 23, Mauren | 27. April 2015

KVG-Reform

Durch die geplante KVG-Revision erhofft sich der zuständige Regierungsrat bei den Versicherten ein Umdenken. Er wünscht sich mündigere, kritischere Patienten (Auszug Volksblatt 20. April 2015, Seite 3). Laut Regierung muss es finanziell wehtun, wenn man zum Arzt geht. Erwachsene kann man nur über die Geldtasche erziehen, anders gehe das leider nicht. Und in welchem Beruf gäbe es noch eine Planungs- und Rechtsicherheit über vier Jahre hinaus (Vaterland 20. April 2015, Seite 3).
Solche Aussagen zur KVG-Revision sind dankbare Anregung zum Nachdenken: Wenn wir einmal (ev. sogar unverschuldet?) krank werden und Leistungen beziehen, gelten wir also als unmündig und unreif. Da bin ich aber aufgrund des vorliegenden Gesetzesentwurfs froh, wenn mir Staat (trotz stetiger Reduktion der Staatsbeiträge) und Krankenversicherung (wie immer ohne finanzielles Eigeninteresse) durch Einflussnahme zunehmend diktieren, worin die Rechte eines Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient zu bestehen haben. Am Besten erfolgt dann durch Ausschluss des Mitspracherechts bisheriger Systempartner grad auch noch die Vorgabe, was meine notwendige medizinische Grundversorgung zu beinhalten hat. Planungs- und Rechtssicherheit steht dem künftigen Versorgungsauftrag wohl auch noch im Weg. Der Vorlage entsprechend kann also nur noch die zunehmende Einflussnahme des Staates und die Bürokratisierung der Versicherungen das Prämienniveau stabilisieren. Wegen einer auf dem Kopf stehenden Alterspyramide und dem unaufhaltbaren Fortschritt der Behandlungsoptionen werden durch die vorgeschlagenen Reformen bei uns die Kosten also nur noch unterschwellig steigen? Einen Mehrwert für die herausragende Versorgungsqualität der Bevölkerung durch zwanghafte Umstrukturierungsversuche und durch bedenkliche Kräfteverschiebung kann ich nicht erkennen. Als einfacher Bürger interpretiere ich die gerade populäre Revision unserer Sozialwerke folgendermassen: Innenpolitisch soll wohl aufgrund einer fühlbar ideenlosen Finanzpolitik (Staatshaushalt) ein Teil der Solidargemeinschaft durch Ankündigung kurzfristiger Prämienreduktionen (bei ausbleibendem Leistungsbezug!) wohlgestimmt werden. Mein Votum an die Abgeordneten: Nichteintreten zum unausgereiften Gesetzesentwurf der KVG-Revision. Notgedrungen halt auch ein allfälliges Referendum. Wir Bürger können so wenigstens das letzte Wort haben, ob wir durch die amtierende Führungsclique gesundheitspolitisch umerzogen gehören, weil es uns in der Vergangenheit ja sowieso viel zu gut gegangen ist.

Michael Lins,
Galenburst 23, Mauren

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