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Leserbrief

Prima Klima

Manfred Büchel,Gastelun 4, Eschen | 25. April 2015

Klimaziele 2030

Nun sollen, laut Regierungsbeschluss, die Treibhausgasemissionen des Landes bis 2030 um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden, konnte man in unseren Landeszeitungen lesen. Interessant an diesem Artikel ist, dass der Begriff «CO2» fehlt. Es wird von Treibhausgasen gesprochen. «Die im Kyoto-Protokoll reglementierten Gase sind: Kohlendioxid (CO2, dient als Referenzwert), Methan, Distickstoffoxid, teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe, perfluorierte Kohlenwasserstoffe, Schwefelhexafluorid. Seit 2012 wird auch Stickstofftrifluorid als zusätzliches Treib-hausgas reglementiert.» (Wikipedia) Was aber im Kyoto-Protokoll nicht reglementiert ist, ist Wasserdampf, der mit 60 Prozent Anteil den höchsten Wert aller Treibhausgase ausmacht. Schon komisch! Nun wollen wir diese Treibhausgase, ausser Wasserdampf, zu 10 Prozent auch noch im Ausland reduzieren. Dazu sagt Frau Regierungsrätin Amman-Marxer: «Wir alle beziehen Güter aus Produktionsländern wie China und Indien. Wir sollten diesbezüglich nicht vergessen, dass unser Konsum einen grossen Anteil am Emissionswachstum in jenen Ländern hat.» Richtig, Frau Amman-Marxer. Wir sollten aber nicht vergessen, dass wir Photovoltaikprodukte aus diesen Ländern beziehen die, laut einer Studie von Ferruccio Ferroni, Dipl. Ing. ETH, zur Herstellung mehr Energie verbrauchen, als sie anschliessend produzieren. Zudem fallen auch noch eine Menge CO2-Emissionen an. So kommen auf die Lebensdauer einer Photovoltaik-Anlage die CO2-Äquivalente auf mehr als das Doppelte von Heizöl zu liegen. Sollte diese Studie stimmen, was nicht auszuschliessen ist, stellt sich die Frage, warum man auf Heizöl und Erdgas eine CO2-Abgabe von 1.6 Rappen pro KWh abdrücken muss, derweil die doppelt CO2-lastige Photovoltaik noch fürstlich subventioniert wurde und immer noch wird? Wie sieht es mit der Zukunft aus? Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Deutschlands (WBGU) meint: «Die grosse Transformation ist hinsichtlich der Eingriffstiefe vergleichbar mit den beiden fundamentalen Transformationen der Weltgeschichte: der Neolithischen- sowie der industriellen Revolution.» Für solche Klimaziele brauche es einen gestaltenden Staat mit grossen Vollmachten, Ombudsleute mit Beschwerde- und Kontrollrechten, Umbau des Bildungssystems, zu Fuss gehen, vegetarische Ernährung, Smart Grid mit Sensoren in jeden Privathaushalt, und zu guter Letzt: «Bann aller Klimaskeptiker.» Na dann, Malleus Maleficarum lässt grüssen.

Manfred Büchel,
Gastelun 4, Eschen

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