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Leserbrief

Wohin soll ich mich wenden, wenn Bahn und Schmerz mich drücken?

Jo. Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 23. April 2015

S-Bahn

Wo bleiben denn nun die vielen Befürworter der S-Bahn? Zürnen oder bocken sie, oder haben sie sich in ihr bahnloses Schneckenhaus zum Grollen zurückgezogen? Es wäre nun charaktervoll, wenn sie jetzt in dieser ungewissen Zeit, in welcher man noch nicht weiss, wie Wien entscheiden wird, die Bahn so oft wie möglich benutzen würden. Sie kommt ja in Schaan schon früh um sechs, dann um sieben, um halb acht, um acht und um neun angefahren. Was gibt es denn für gravierende Gründe, von ihren Befürwortern und Fans, nun nicht rege in Anspruch genommen zu werden? Wo bleiben Landtag, Regierung und die Planer, welche schon fünf Millionen verputzt haben? Es ginge ja nun darum, jetzt zu demonstrieren, dass ein Umbau der bestehenden Bahn zu einer S-Bahn notwendig und gut gewesen wäre. Sie wäre doch das Rückgrat für unseren Verkehr geworden. Wo bleibt das Rückgrat der Befürworter, die Bahn nun zumindest so zu benutzen, wie sie ist. Warum keine Landtagsausflüge mit ihr machen? Warum die Landesangestellten nicht zur Benutzung verpflichten? Und warum nicht für alle staatlichen Reisen die Bahn als Ausgangsmittel festschreiben?
Es ist ja seltsam genug, dass man nicht einmal an Sonn- und Feiertagen, wo man ja genug Zeit hätte, Landtagsabgeordnete oder die Regierungsmitglieder samt ihren Familien in der Bahn antrifft. Also ich habe bis heute noch nicht einmal einen entfernten Verwandten von den Genannten dort angetroffen. Ausser einmal in Feldkirch im Bahnhofbuffet. Aber der war mit dem Postauto dort. Und ja, besoffen war der grad auch noch.
Aber mit dieser Bahn ist es halt so wie in der Natur. Der Wurm muss dem Fisch schmecken. Ist das nicht der Fall, dann ist es eben der falsche Wurm – oder halt der falsche Fisch. Und die Bahn muss dem Volke schmecken. Wenn nicht, ist es eben die falsche Bahn oder das falsche Volk.
Dem wachsamen Auge bleibt nicht verborgen, dass in diesem Lande nichts mehr so ist, wie es früher einmal war. Abnormitäten reihen sich an Kuriositäten. Gewaltakte zu gewaltigen Akten. Nichts zählt mehr, nicht einmal die Universität ihre Studenten. Selbst die Biber haben einsehen müssen, dass unser Land keine Zukunft bietet. Vielleicht ist es ja doch dieser Ziegelhaufen in Vaduz. Die vielen Ziegel scheinen womöglich erheblich auf unsere Geister zu drücken. Freischaffende Ornithologen haben festgestellt, dass auf dem Landtagsbaum noch kein einziger Vogel für Nistzwecke gelandet ist. Und das lässt aufhorchen.

Jo. Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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