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Leserbrief

Leserbrief aus der Zentralschweiz

Theophil Sauner,Freiehofstrasse 2, Ruswil | 18. April 2015

Schatzkammer

Ein neues Museum, die «Schatzkammer», eröffnet am 31. März 2015, lockt im Fernsehen und in der Presse vor allem mit der berühmten Ostereiersammlung, die in ihrer Vielfalt international die umfangreichste der Welt sein soll.
Also nahm ich die Reise auf mich, um dieses angepriesene Museum zu besichtigen. Aber oh ha, so einfach kann man nicht ins Museum. Man wird belehrt, dass man dazu einen Jeton kaufen muss. Er kann entweder im Landesmuseum oder im Postmuseum gekauft werden. Das Museum verfügt also über keine eigene Kasse.
Dann öffnet sich der schwarz ausgekleidete Ausstellungsraum. Dieser ist sehr spärlich beleuchtet. Während man die Ölbilder von David Teniers und von Adriaen van Ostade oder von Werner Tamm und Johann Heiss sowie die dem Rhein gewidmeten Gouachen von Bleuler noch leidlich ausgeleuchtet betrachten kann, ist die Replik des Herzogshuts mehr als mager im Dämmerlicht zu bewundern. Gut ausgeleuchtet ist die Vitrine mit den Radschlosspistolen in Gold, Stahl oder auch die rechte Hentze aus der Rosenblatt-Garnitur von Kaiser Maximilian II.
Was nun die hochgepriesene Ostereiersammlung von Fabergé betrifft, ist lediglich das «Apfelblüten-Ei» aus Gold, Diamanten etc. gekonnt und wirkungsvoll in einer eigenen Vitrine ausgestellt. Der grosse Rest der sehr wert- und kunstvollen Ostereier ist dilettantisch präsentiert. Ich glaubte mich in einen schweizerischen Souvenirladen versetzt. Zum einen ist diese Sammlung zu tief und nicht auf Augenhöhe, und so knapp beleuchtet, dass man den Text des Begleitheftes nicht entziffern konnte. Kurz und gut, diese Sonderausstellung «Schatzkammer» gleicht mehr einem «Russischen Kunstsalat» und ganz und gar nicht einem professionellen Kunstereignis im Fürstentum Liechtenstein. Ich rate jedem Kunstfreund und Russlandliebhaber von Ostereiern von Fabergé von einer Reise nach Vaduz ab.


Theophil Sauner,
Freiehofstrasse 2, Ruswil

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