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Leserbrief

Späte Selbstkritik der Frau Bildungs-ministerin Frick

Im Namen der Landtagsfraktion der Freien Liste: Fraktionssprecherin Helen Konzett Bargetze | 17. April 2015

Uni Liechtenstein

Im Anschluss an die Medienkonferenz betreffend die Universität Liechtenstein wurde ich von «Volksblatt online» interviewt. Das «Volksblatt» benutzte diesen Filmbeitrag, um daraus ein Zeitungsinterview zu konstruieren. Darin wird meine Antwort auf die Frage nach dem Zeitpunkt der Festlegung der Erhebungsparameter so dargestellt, als ob ich meinem Vorgänger ein Versäumnis unterstellen würde. Die Überschrift mit dem Zitat «Das war nicht in meiner Legislaturperiode» verstärkt diesen Eindruck. Im Radio-L-Interview mit dem Abgeordneten Thomas Lageder wird dieser Eindruck zusätzlich vermittelt.
Tatsächlich habe ich im Online-Interview die Frage, warum man nicht schon in der ersten Leistungsvereinbarung solche Parameter festgelegt habe, nicht beantwortet, mit der Begründung, dass dies vor meiner Zeit als Bildungsministerin lag.
Ich habe anlässlich der Medienkonferenz Kommunikationsfehler eingeräumt und stehe auch klar dazu, dass ich den Stichtag für die Erhebung der Studierendenzahlen und damit auch die Erhebungsparameter klar definiert habe. Die Unterstellung des Abgeordneten Lageder im Radio-L-Interview, ich hätte die Auswirkungen dieser Umstellung gekannt und hätte bewusst den Landtag getäuscht, weise ich vehement zurück.
Es gehört nicht zu meinem Stil, Schuld von mir zu weisen und andere an meiner statt in die Verantwortung zu ziehen. Deshalb wehre ich mich entschieden gegen solche Unterstellungen.

Aurelia Frick,
Bildungsministerin

Immerhin kommt sie, noch, die Selbstkritik der Frau Bildungsministerin Frick zum Debakel um die Studierendenzahlen zur Uni. Zur Klarstellung und Erinnerung: Die Manipulationsvorwürfe an die Uni kamen von der Frau Bildungsministerin selbst! Damit hat die Frau Bildungsministerin so lange es ging aktiv die eigene Führungsschwäche überspielt und den Schwarzen Peter der Uni zugeschoben, zum grossen Schaden der Institution. Dabei wusste die Bildungsministerin eindeutig, dass unterschiedliche Erhebungs-Stichtage zu unterschiedlichen Studierendenzahlen führen. Dies hat sie in der Landtagsdebatte bewusst verschleiert, um Verwirrung zu stiften. Ansonsten wäre ihr Versäumnis schon dort offensichtlich geworden. Die mehrfach gestellte Frage an der März-Landtagssitzung aus unserer Fraktion, ob die Frau Ministerin Fehler einräume, hat sie einfach ignoriert. Mit einem ehrlichen Ja wäre die Lage geklärt und Druck von der Uni genommen gewesen. Stattdessen hat die Frau Bildungsministerin in völlig unnötiger Weise gar den Status der Uni als Universität zur Diskussion gestellt, auch dies zum massiven Schaden der Uni. Und stattdessen hat sie das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG engagiert, welches nun für die Bildungsministerin auf Staatskosten die Arbeit machte. Nun ist klar, dass die ganze Misere aufgrund der aus der Luft gegriffenen Manipulationsvorwürfe der Frau Bildungsministerin Frick an die Uni entstand: Bildungsministerin Frick hat die Leistungsvereinbarung zu wenig genau formuliert und war sich der starken Auswirkung eines anderen Stichtages auf die Studierendenzahlen nicht bewusst. Zu dieser Falscheinschätzung, zu diesem Fehler, konnte sie nicht stehen.
Die Universität Liechtenstein hat die Zahlen nicht manipuliert. Bildungsministerin Frick hat ihre Oberaufsicht über die Uni mangelhaft ausgeführt und damit der Universität Liechtenstein geschadet.
Folgerichtig empfiehlt die KPMG der Regierung, ihre Funktion als Oberaufsichtsbehörde wahrzunehmen und gibt detaillierte Empfehlungen dazu ab. Es ist peinlich, dass die KPMG für die Regierung die Studierenden zählen musste. Und noch peinlicher ist es, dass die Frau Bildungsministerin es nötig hat, sich von der KPMG ihren Job erklären zu lassen.

Im Namen der Landtagsfraktion der Freien Liste: Fraktionssprecherin Helen Konzett Bargetze

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