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Leserbrief

Begreift ihr noch was?

Monika GassnerSchimmelgasse 4, Vaduz | 11. April 2015

Biber-Debatte

Seit rund sechs Jahren leben wieder Biber in Liechtenstein. Als aktiver Landschaftsgestalter ist der Biber grundsätzlich beliebt, da seine Tätigkeiten die Lebensraumvielfalt erhöhen und damit wichtige Beiträge zur Förderung der Biodiversität leisten. Die Artenvielfalt im Biberrevier ist legendär.
In unserer Kulturlandschaft kollidieren seine Aktivitäten zwangsläufig immer wieder mit der durch den Menschen geprägten Landnutzung und den Vorgaben des Hochwasser- und Bevölkerungsschutzes. Dies war seit dem ersten Auftauchen der grossen Nagetiere in Liechtenstein absehbar. Nachbarländer, besonders Süddeutschland, weisen bereits jahrzehntelange Erfahrung in diesem Bereich auf und verfügen über erprobte Strategien und Lösungen.
Ein Bibermanagement dient zuerst dem Schutz und der Akzeptanz des europaweit streng geschützten Tieres. Schadenspotenzial soll frühzeitig erkannt und Schäden an Infrastrukturen oder landwirtschaftlichen Kulturen durch entsprechende Vorkehrungen soweit möglich vermieden werden.
Ist dies in Ausnahmefällen nicht realisierbar, dringen beispielsweise Biber in Fischzuchten ein und drohen, diese Gewässer zu verschlammen oder werden Bäche im Siedlungsraum aufgestaut mit der Konsequenz, dass Infrastrukturen gefährdet werden, können ausnahmsweise auch Tiere durch Fangen und/oder Abschuss entfernt werden. Ein solches Vorgehen muss der letzte Ausweg bleiben und die Tötung von Bibern darf keinesfalls erstes und hauptsächliches Werkzeug eines nachhaltigen Bibermanagements sein.
Dazu pflegt die LGU einen intensiven Austausch mit den zuständigen Ämtern der Landesverwaltung und wird sich sehr aktiv dafür einsetzen, dass der Schutz dieser lange ausgerotteten und nun erfreulicherweise wieder zugewanderten Tierart im Vordergrund steht und die zu ihrem Management erforderlichen Massnahmen darauf ausgerichtet werden.

Liechtensteinische Gesellschaft
für Umweltschutz, LGU

Schade um die fünf Biber, welche ermordet wurden! Dass man immer alles gleich umbringen muss, weil es nicht so funktioniert, wie Mensch es will … Sorry, dann müsste man die Hälfte der Menschheit «umlegen». Man hätte die Biber doch weiter weg umsiedeln können. Oder im Zoo anfragen. Fünf harmlose Biber. Nicht auszudenken, wenn sie sich noch mehr vermehrt hätten, was übrigens wir Menschen auch öfter tun.
Und für eine S-Bahn, die niemand benötigt, will man 45 Mio. Franken zahlen. Aber wegen 200 000 Franken jammern!
Die grossen Firmen bauen ja für ihre Angestellten riesige Parkhäuser und -plätze. Dort sind die Mitarbeiter nicht auf die S-Bahn angewiesen! Die kommen alle mit dem Auto. Und ausserdem gibt es noch die Busse, hier könnte man ja auch die Busslinien ausbauen! Aber leider ist in die S-Bahn schon jetzt eine Menge Geld geflossen … kommt dazu, dass wir «Oberländer» das mitbezahlen. Ohne davon zu profitieren.
Und dann wäre da auch noch die AHV-Revision … Echt liebe Regierungsleute: Begreift ihr noch was? Gerne verweise ich an dieser Stelle auch noch auf den Zöri-«Böögg», der aus Spargründen abgelehnt wurde. Kurz darauf hiess es, dass man in die St. Galler Olma investieren sollte. Investiert wird übrigens auch in das «Jufa»-Projekt. Ein Risikobau. Denn Hotels gibt es in Malbun genügend. Kommt hinzu, dass die meisten ohnehin grössere Skigebiete bevorzugen. Ätzend übrigens auch die Diskussion rund um das KVG ...
Aber ihr macht sowieso, was ihr wollt! Wäre es euer Geld, liebe Politiker, sähe es ganz anders aus. Eigentlich müssten auch jene bestraft werden, die Steuergelder grobfahrlässig verschwenden.
Setzt doch mal dort an, wo Geld vorhanden ist, und nicht immer bei Jenen, die eh schon zu knabbern haben!
Aber Hauptsache, fünf Biber haben ihr Leben gelassen.

Monika Gassner
Schimmelgasse 4, Vaduz

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