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Leserbrief

Stark wie der Tod ist die Liebe

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 4. April 2015

Glaube

Im Hohenlied der Liebe 7,6-7 lesen wir: «Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen; auch Ströme schwemmen sie nicht weg.» Diese Sprache verstehen wohl nur Verliebte und Mütter. Lernen können wir sie alle von Gott, der Vater und Mutter ist (hörte ich 1978 Papst Johannes Paul I. bei seiner 2. und letzten Audienz sagen).
Der Lieblingsjünger Johannes schreibt in 3,16: «So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab (...).» Wenn Gott die Liebe ist, kann er seinen Sohn nicht dem grausamen Tod am Kreuz ausliefern, folgern manche Theolog/Innen unserer Zeit. Sie haben Recht, wenn sie die Freiheit des Menschen nicht ernst nehmen, die uns Gott ähnlich macht und damit zur Liebe befähigt. Diese Freiheit kann der Mensch leider auch zum Bösen missbrauchen. Das macht ihn/sie vielleicht im Augenblick glücklich wie jeder Sieg den Sportler, Wissenschaftler, Politiker, Banker. Nicht selten ist das ein sehr kurzlebiges Glücksgefühl mit sehr bitterem Nachgeschmack.
Hätte Gott den Tod Jesu gewollt, gäbe es kein Osterfest, keine Auferstehung von den Toten. Gott liess es zu, weil Er die Liebe ist und dem Menschen die Freiheit bei deren Missbrauch nicht nimmt. Er gibt dem Versager die Chance umzukehren, was Gott mehr Freude macht als 99 seiner Kinder, die sich für gerecht halten. Wer nämlich aus Angst vor der Strafe oder um von Menschen gelobt zu werden, gerecht, wahr, freundlich ist, kann keinen Lohn erwarten: Vor Gott zählt nur die Liebe.
Das veranlasste wohl den weisen Pascal zur Aussage: «Der Mensch übersteigt den Menschen unendlich wegen seiner Gott-Ebenbildlichkeit.» Viel Grund zur Freude und zum Danken am Karfreitag und jeden Tag! Hoffnungsfrohe Ostern!


Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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