Leserbrief

Helen und Wolfgang

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 4. April 2015

Steuerpolitik

Da hat meine ohnehin gute Laune an jenem Tag schlagartig noch zwei Zacken zugelegt, als ich am vergangenen Freitag im «Vaterland» folgende Schlagzeile las: «Wir sind für eine Steuerpolitik, die den Mittelstand schützt.» Bedanken für meine Hochstimmung darf ich mich bei der Volkskammerabgeordneten Frau Helene Konzett Bargetze. Es ist toll, geschützt zu werden. «Jetzt is ma wieda leichter, jetzt leb I wieda auf» singt der unvergleichliche Wolfgang Ambros in seinem «Chanson Toilette». Genauso habe ich mich gefühlt. Auch hätte ich zugegebenermassen nie gedacht, dass sich ausgerechnet jemand, der grundsätzlich linkem Gedankengut anhängt, meiner annimmt. Normalerweise ruinieren die Leute aus dieser Szene den Mittelstand und zwar mit einer Präzision und Zuverlässigkeit, die jede Schweizer Uhr der Lächerlichkeit preisgibt. Meistens zwar nicht unbedingt sofort und direkt; sondern indirekt, indem sie zuerst die Vermögenden und – selbstverständlich – die Reichen abwürgen wenn nicht sogar -murksen. Letztere sowieso! Auch Frau Konzett Bargetze denkt eher daran, denen das Fell über die Ohren ziehen, schliesse ich aus ihren weiteren Ausführungen zum Thema. Alles zu meinem Schutz, versteht sich. Aber so ist das nun einmal, wo gehobelt wird, fallen Späne. Es muss ja diesmal nicht so grausam schiefgehen, wie vorgängig beschrieben. Hoffe ich zumindest?! Toll finde ich auch das Ziel, die Kosten der Krankenversicherung für die Versicherten zu senken oder zumindest zu stabilisieren, indem der Staatsbeitrag erhöht wird. Der schreit dann zwar wieder nach Steuererhöhungen. Aber um die Rechnung wird sich Frau Konzett Bargetze schliesslich auch kümmern. Da bleibe ich dann hoffentlich auch wieder vornehm aus-sen vor. Wenn noch welche übrig sind, trifft das dann auch wieder die Vermögenden und – selbstverständlich – die Reichen. Letztere sowieso! Hoffentlich! Lustig habe ich gefunden, wie Frau Konzett Bargetze ihre Hoffnung zum Ausdruck bringt, «für 2017 (...) überdurchschnittlich engagierte» und, jetzt kommt’s, «(…) nicht der eigenen Klientel verhaftete Mandatare» für die Wahllisten zu finden. Gerade hat sie – nach Strich und Faden – uns, den Mittelstand, als ihre Klientel vereinnahmt. Aber das zeigt den kernigen Humor, der die Volkskammerabgeordnete auszeichnet. Für mich ein Grund mehr sie zu wählen! Ich höre noch ein bisschen Wolfgang zu: «Zwickt’s mi i glaab i tram! Des derf net wohr sein, wo sammer daham!»


Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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