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Leserbrief

Viel Lärm um nichts

Wolfgang Elkuch,Amalerva 11, Frümsen | 28. März 2015


S-Bahn

Es ist bekannt, dass Verdurstende in der Wüste Halluzinationen haben und vor lauter Durst eine grüne Oase vor sich sehen, obwohl weit und breit keine solche vorhanden ist. Genauso erging es offensichtlich den übereifrigen und verblendeten S-Bahnbefürwortern: Diese sahen schon S-Bahn-Zügle im Halbstundentakt zwischen Feldkirch und Buchs verkehren, obwohl nicht einmal eine verbindliche Finanzierungszusage von Seiten Österreichs vorlag. Jetzt erst, als unter dem Beifall des FL/VCL-Konsortiums eine gross angelegte und teure S-Bahn-Propaganda der FBP/VU Koalitionsregierung angelaufen ist und der entsprechende Bericht und Antrag zu Händen des Landtags hätte endlich erstellt werden müssen, stellen die verblendeten S-Bahnbefürworter fest, dass die Finanzierungsfrage hinten und vorne nicht gelöst ist. Zu oft und zu laut wurde aber schon in die Welt hinausposaunt, dass die Finanzierung der S-Bahn ein «Schnäppchen» sei. Dies scheint auch die Österreicher stutzig gemacht zu haben. Auf jeden Fall haben diese noch ihre fünf Sinne beieinander und fürchten sich vor den Folgekosten des S-Bahn-Projekts. Uns hingegen wurden bisher nur beschönigende Zahlen aufgetischt, die auf keiner nachkontrollierbaren und seriösen Basis beruhen. Die Regierung bzw. das zuständige Ministerium beruft sich seit Tagen auf eine angeblich mit Österreich bestehende Vereinbarung aus dem Jahre 2012. Trotz wiederholter Anfrage bei der Regierung wurde uns diese angebliche Vereinbarung nicht zugestellt. Wir müssen daher davon ausgehen, dass eine Vereinbarung, die die Kostenaufteilung regelt und für beide Seiten verbindlich ist, nicht existiert. Jetzt wird der schwarzweissrote Peter den Österreichern zugeschoben, obwohl aus den Verlautbarungen der letzten Tage klar geworden ist, auf welcher Seite die Sinneswahrnehmungen gestört sind. Ja, liebe Leute, damit eine Vereinbarung gebrochen werden kann, muss eine solche zuerst vorliegen. Absichtserklärungen sind schön, jedoch – zum Leidwesen der dürstenden S-Bahnbefürworter – unverbindlich! Wie schon bei den Verhandlungen um die Erhebung einer Quellensteuer auf die Einkommen der schweizerischen Grenzgänger wurde auch bei der S-Bahn versucht, das Heu einzufahren, bevor das Gras gemäht war. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn die Bürger sich über so viel Dilettantismus die Augen reiben und die Politikverdrossenheit zunimmt.

Die DU-Fraktion: Erich Hasler, Herbert Elkuch, Thomas Rehak, Harry Quaderer, Pio Schurti, Peter Wachter.

Antwort auf den Leserbrief von Franz Marock: Nun ergibt sich die Frage, lieber Franz, ist der Fall S-Bahn vergleichbar mit Ephraim Kishons Blaumilchkanal, oder könnte er ihm sogar noch mehr Wahrheitsgehalt vermitteln.
Kasimir Blaumilch, ein aus der Irrenanstalt Entflohener, beginnt mitten in der Stadt mit einem Presslufthammer die Strasse aufzureissen und gräbt einen Kanal im Schutze des zuerst verdutzen, bald aber überzeugten Bautenministeriums so lange, bis das Meer in die Stadt strömt. Nach einem heillosen Durcheinander zwischen der Verwaltung und dem Ministerium eröffnet der Bürgermeister stolz den Kanal und lobt ihn als Hub für den Hafen von Tel Aviv und als Generationenprojekt. Schlussendlich landet jedoch er selbst in der Irrenanstalt und Kasimir Blaumilch gräbt mit seinem Presslufthammer munter an einem neuen Kanal.
Natürlich wären Zufälligkeiten und Ähnlichkeiten zwischen dem Kanal und der S-Bahn rein zufällig und rein ähnlich. Und es heisst Blaumilch und S-Bahn-Kanal und nicht Skandal bitte.


Jo. Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

Wie im gestrigen «Volksblatt» zu lesen war, bekommen wir jetzt in Sachen S-Bahn Unterstützung von unseren lieben Vorarlberger Nachbarn. Da sollen also alle Beteiligten nochmal an den Verhandlungstisch gerufen werden. Zusätzlich soll auch die Schweiz auf höchster Ebene anwesend sein. Sehr löblich. Trotzdem scheint mir, dass die viel zitierte «internationale Anbindung» doch etwas in den Hintergrund zu stehen kommt. Um dieser internationalen Anbindung aber vollumfänglich gerecht zu werden, wäre es daher dringend empfehlenswert, Frau Merkel und die Herren Putin und Obama auch noch an den Verhandlungstisch zu rufen. Somit wäre diese gross angelegte Propaganda sicher sehr hilfreich, um den liechtensteinischen Bürger doch noch für dieses Projekt zu begeistern.


Manfred Büchel,
Gastelun 4, Eschen

Noch mehr Lärm um noch mehr Nichts!
Gross war der Lärm unserer Regierung und der Abgeordneten, als diverse Skandale der Vorgängerregierungen ans Tageslicht kamen. Denken wir nur an das Pensionskassendebakel usw. Es wurden verzweifelt Schuldige gesucht. Dann wurden den Bürgern unmittelbar Kosten auferlegt und weisgemacht, dass man den Gürtel enger schnallen muss. Nun ist aber nichts gelernt worden und weiter werden Millionen verschleudert ohne Gewissensbisse. Wenn ich mir nur die Finanzierung und Abwicklung der S-Bahn und deren Infrastruktur ansehe, wird mir als Unternehmer schon schlecht. Wer solche Vorschläge ausarbeitet, sitzt schlicht und einfach am falschen Platz.
Und nun wieder viel Lärm, weil Österreich die Wahrheit ans Licht bringt.
Das Schlimme ist doch, dass in ein paar Jahren wieder eine andere Regierung mit Abgeordneten im
Ziegelbau sitzt und Lärm macht, um die Fehler der vorangegangenen Regierungen zu korrigieren.
Noch mehr Lärm um noch mehr Nichts!
Ich müsste mir keine Gedanken über die Zukunft unseres Landes machen. Wir haben keine Kinder und für mich und meine Frau mache ich mir keine Sorgen für die nächsten Jahre. Aber wir haben in unserem Land junge Menschen, die auch eine Zukunft wollen. Unsere Väter haben uns mit viel Mühe und harter Arbeit eine schöne Grundlage für die Zukunft erarbeitet. Was macht aber unsere Generation? Schauen Sie nur einmal die momentane Situation auf unserem Erdball an: Krieg, Hunger, Gier, Macht, Korruption usw. Ist das die Zukunft?

Wolfgang Elkuch,
Amalerva 11, Frümsen

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