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Leserbrief

Der Papst und seine Weltanschauung, Zweites Vatikanum

Víctor Arévalo, Univ.-Prof. Dr. iur.,Auring 56, Vaduz | 26. März 2015

Glaube

Gewisse bedeutsame, verblüffende weltpolitische Ereignisse werden von den Grossmedien gerne verschwiegen beziehungsweise heruntergespielt. Warum? Weil sie uns allzu klar erkennen lassen würden, dass die Welt Richtung Weltkommunismus gerollt wird. Beispiel: Tatsache ist, dass Papst Franziskus vor einigen Monaten offiziell (!) Linksextremisten empfangen hat. Zitat: «(…) Premiere im Vatikan. Die radikale europäische Linke wurde vom Papst empfangen (…). Papst Franziskus empfing den Chef der europäischen Linksradikalen.» (Giuseppe Nardi, www.katholisches. info, 24. September 2014) Es handelte sich dabei um den Kommunistenchef Alexis Tsipras, mit dem sich Papst Franziskus während einer Privataudienz (!) besprach.
Umso befremdlicher: Rund einen Monat später erfolgte ein weiteres Treffen mit Linksradikalen, Zitat: «Papst Franziskus setzt seinen Versuch eines Brückenschlags zur kirchenfernen Linken, sogar der radikalen (!) und der extremen (!) Linken fort. Am 28. Oktober empfing er Vertreter des linksextremen Autonomenzentrums Leoncavallo im Vatikan (…). Am 28. Oktober empfing das katholische Kirchenoberhaupt Vertreter des ausserparlamentarischen Linksextremismus. Dergleichen gab es noch nicht.» (G. Nardi, katholisches.info, 3. November 2014) Auch die Zeitung «Il Giorno» widmete sich diesem verblüffenden Ereignis. (Giambattista Anastasio, www.ilgiorno.it, 28. Oktober 2014)
Erwähnenswert, dass der Papst es war, der das Treffen suchte beziehungsweise dass, Zitat, «die Linksextremisten ganz offiziell (!) im Vatikan empfangen (wurden). Das Treffen geht nämlich nicht auf einen Antrag der Links-Bewegten zurück, sondern auf Papst Franziskus selbst. Er ersuchte den Päpstlichen Rat Iustitia et Pax um die Herstellung der entsprechenden Kontakte.» (G. Nardi, www.katholisches.info, 3. November 2014)
Wie heftig hätten wohl die Medien seinerzeit Papst Benedikt XVI. (berechtigterweise) kritisiert, hätte dieser offiziell Rechtsradikale empfangen!? Es wäre ein Riesenskandal gewesen. Warum aber rüttelt es die Welt nicht auf, wenn der Papst sich mit dem Linksextremismus («Kommunismus») paart? Weil die Grossmedien es totschweigen beziehungsweise schönreden – Stichwort Manipulation. Umarmt die modernistische (!) Kirche den heranrollenden Weltkommunismus? Dass dem so ist, wird die Zukunft beweisen. Hoffentlich wird die Kirche Liechtensteins zur standhaften «Restkirche» gehören, welche die bibeltreue, wahre (!) Lehre Christi verteidigen wird. Die weltweite Kirchenspaltung ist in Sicht. Mit Sicherheit.

Urs Kindle,
Binzastrasse 51, Mauren

Frage an den Papst: «Was für Stellenwert kommt dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu?» Jorge: «Das Zweite Vatikanum erstellt eine neue Lektüre des Evangeliums im Licht der zeitgenössischen Kultur und erweckt eine Bewegung der Erneuerung, die sich aus der Heiligen Schrift selbst als historisch notwendig ergibt. Dessen Früchte sind enorm. Es reicht, an die Liturgie zu erinnern. Die Liturgiereform erschliesst den Gläubigen erstmals seit Christi Himmelfahrt die Wahrheit einer Offenbarung, die wegen ihrer Zeitlosigkeit alle konkreten geschichtlichen Situationen transzendiert und über die linguistische Verschiedenheit hinaus in ein Einheitserlebnis hinübergeht, da Volks- und Kultsprache einhellig übereinstimmen, wie es zur Zeit Jesu war. Die neue Liturgie ist rational, voll rechtskräftig und absolut unumkehrbar. Für spezielle Fragen des Übergangs zum neuen Ritus, um manchen Personen eigenartiger Sensibilität beizustehen, hat Papst Benedikt gesorgt. Gefährlich wäre jedoch, wenn man die alte Liturgie ideologisch manipulierte, als noch gültig vorgaukelte und politisch missbrauchte. Der alte Ritus ist nicht mehr!»
Der Hinweis auf die Intervention Papst Benedikts bezieht sich auf den apostolischen Brief Summorum Pontificum vom 7. Juli 2007 und auf die Instruktion Universae Ecclesiae vom 30. April 2011, die den alten Ritus pro tempore zuliessen. Es handelt sich allerdings bei dieser Übergangsregelung um ein Provisorium, dessen Dauer dem Entscheid des Gottesvolkes der Lokalkirchen oder der Intervention der Obrigkeit in den betroffenen Diözesen untersteht. Seine Vorläufigkeit unterstützt, dass Franziskus keineswegs solche Ausflüchte gutgeheissen hätte, wenn er darüber hätte entscheiden müssen.
Auf das Provisorium können sich aber gewisse Gruppen, die das Zweite Vatikanum aberkennen, nicht berufen, weil sich solche wie die PiusBruderschaft, die als paradigmatischer Fall dazu dient, ausserhalb der Ausnahmegenehmigung halten. Seitdem Marcel Lefebvre 1970 diese gründete, hat die Bruderschaft bis heute das Zweite Vatikanum stets verworfen. Solches bekräftigte ihr Generalobere, Bernard Fellay, nochmals, März 2015, in der Zeitschrift «Instaurare omnia in Christo», dem offiziellen Organ der Bruderschaft. 45 Jahre lang hat die Pius-Bruderschaft das Zweite Vatikanum zurückgewiesen, der Kirchenverfassung zuwidergehandelt und die neue Liturgie verhöhnt.
Deshalb gehört die Pius-Bruderschaft der Katholischen Kirche nicht mehr an.
Mit freundlichen Grüssen


Víctor Arévalo, Univ.-Prof. Dr. iur.,
Auring 56, Vaduz

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