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Leserbrief

Banales Statistikproblem liesse sich sachlich angehen

Dr. Marcus Büchel,Schulstrasse 3, Nendeln | 25. März 2015

Zahlenchaos bei der Uni

Ich habe volles Vertrauen in unser Bildungssystem. Statt die Firma KPMG – ein «international führendes Wirtschaftsprüfungsunternehmen» («Volksblatt» vom 21. März 2015) – zu bemühen, könnte man im Rahmen eines kleinen, lebensnahen Projekts eine Primarschulklasse die Anzahl der Studenten der Universität Liechtenstein zählen lassen. Das wäre für die Schüler lehrreich und obendrein sicherlich günstiger als die Aufgabe von der ausländischen KPMG erledigen zu lassen.
Angesichts der Vorgänge um die Ermittlung der Studentenzahlen der Universität fällt es schwer, den aufkommenden Zynismus zu unterdrücken. Dass sich die verantwortliche Bildungsministerin mit der Universität nicht darauf verständigen kann, zu welchen Erhebungszeitpunkten diese die Anzahl ihrer Studenten zu erfassen hat, ist ein kaum zu unterschreitender Tiefpunkt in der Bildungspolitik. Wenn die Politik der Universität nicht zutraut, zu leisten, wozu jede Primarschule imstande ist, nämlich die Anzahl ihrer Schüler korrekt zu erheben, gibt sie sie der Lächerlichkeit preis. Und wenn die Politik die Angaben der Universität aus Misstrauen über deren Korrektheit und Zuverlässigkeit in Zweifel zieht, dann sind Zweifel an Güte der bisherigen Kommunikation zwischen Ministerium und Universität, beziehungsweise am Corporate Government angebracht.
Eine aufgeregte Landtagsdebatte wurde zum Aufmacher am 21. März – das «Volksblatt» kolportierte die Position der Bildungsministerin, das «Vaterland» auch diejenige der Universität. Und es wird der Eindruck vermittelt, die Politik müsste einen ungeheuren Augias-Stall ausmisten. In Wirklichkeit, so muss man befürchten, besteht ein Interesse an einem öffentlichen Skandal, den die Gegner einer eigenen universitären Bildung in Liechtenstein dazu nutzen, ihre Messer zu wetzen. Ein banales Statistikproblem liesse sich sachlich angehen und bilateral klären, könnte man meinen. Die nun gewählte politische Vorgangsweise ist jedoch dazu angetan, das Renommee der Universität erheblich zu beschädigen.

Dr. Marcus Büchel,
Schulstrasse 3, Nendeln

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