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Leserbrief

Österliche Busse: Vorsicht beim Reden

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 21. März 2015

Glaube

Wissenschaftler führen seit Jahren sogenannte Wertestudien durch und stellen fest, dass hohe Werte meist geschätzt, aber selten gelebt werden; andere auf der Werteskala steigen oder sinken; die letzte Forschergruppe befragte Junge und Alte, Gelehrte und Analphabeten, Juden, Christen und Muslime über ihre Einstellung zu ihren heiligen Schriften: Bibel und Koran. Sie stellten ganz klar fest, dass der höchste Prozentsatz Fundamentalisten bei den Muslimen, der kleinste bei den Christen ist und bei Wenigen vom Bildungsstand abhängt. Sogar Akademiker glauben wortwörtlich an die Bibel beziehungsweise den Koran, sogar wenn sich Textstellen klar widersprechen – falls sie ihre «heiligen Schriften» überhaupt kennen! (vgl. SKZ 4/2015)
Sie «sehen» nur bei Anderen Irrtümer und fühlen sich als Helden, wenn sie diese in Wort und Tat bekämpfen. Davor sind Prediger und Progressive nicht immun. Warum? Die Ursache steckt zum Teil in der Sprache. Wir neigen zur Verallgemeinerung.
Vor Jahren lernte ich bei einem Kommunikationskurs, wir sollten uns hüten zu sagen: «immer beziehungsweise nie; alle – niemand; überall – nirgends; alles – nichts», weil es so bei uns Menschen kaum je stimmt. Auf Erden gibt es Licht und Schatten, Gutes und Böses …
Der Friede in der Familie, im Verein, in der Gemeinde, in der Kirche und im Staat – auch im Kloster! – ist nur möglich, wenn wir unsere eigenen Grenzen einsehen und zugeben; und zugleich die Grenzen bei anderen akzeptieren und immer wieder um Vergebung bitten und gerne vergeben. Solches Fasten würde uns viel Leid sparen. Guten Erfolg!

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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