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Leserbrief

Nicht auf Ideen von Einzelpersonen fixieren

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 17. März 2015

Schienenverkehr

Mit der Eröffnung der Schweizer Alpentransversale Neat, dem Gotthard-Basistunnel, wird der Güterverkehr auf der Schiene durch die Schweiz nochmals zunehmen. Ein Teil des internationalen Schienengüterverkehrs durch unser Land, von Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Österreich in die Schweiz sowie nach Frankreich wird ebenfalls zunehmen. Kommt noch dazu, dass Gütertransporte auf der Schiene pro Tonne und Kilometer wesentlich weniger CO2 produzieren als über Strassen. Eine Zunahme des Güterverkehrs durch Liechtenstein ist folglich programmiert. Zudem, es ist ja ein Business, wenn die Schiene noch besser ausgelastet wird.
Der Chefplaner Paul Stopper hat sich dazu bereits viele Gedanken gemacht und diese in VCS-Publikationen vorgestellt.
Gemäss dem Hinweis von Stopper bei einer Initiative des VCS, siehe http://www.vcs-gr.ch/fileadmin/user_upload/Sektion_Graubuenden/OeV-Initiative_VCS-GR.pdf, soll der Güterverkehr von Bludenz kommend am Hauptbahnhof Feldkirch, wegen möglicher Überlastung, am Bahnhof vorbeigeführt werden. Für Stopper geht das am einfachsten, indem ein direkter Tunnel ab Frastanz nach Tisis-Schaanwald gebohrt wird, siehe die Grafik auf Seite 25 der oben erwähnten Initiative. Die Südeinfahrt beim Bahnhof Buchs ist ja auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, bemerkt Stopper und meint, dass man, um die Fahrzeiten zu verkürzen, noch eine Nordschleife beim Bahnhof Buchs bauen sollte. Die Gesamtkosten, bestehend von einer Tunnelverbindung Nendeln-Frastanz und der Nordeinfahrt bei Buchs sollen gegen 300 Millionen Franken kosten. Dass auch Liechtenstein etwas an diese Infrastrukturmassnahme bezahlen muss, es geht da um circa 100 Millionen Franken, ist für Paul Stopper selbstverständlich, liegt doch ein Teil dieser vorgeschlagenen Infrastrukturmassnahme für den internationalen Ost-West-Güterverkehr auf liechtensteinischem Boden.
Da stellt sich nun die Frage, warum Stopper, scheinbar auch Projektant für die ÖBB, keinen Güterzugtunnel von Frastanz direkt zur Schweiz, unter dem Schellenberg hindurch, als Variante vorschlägt? Gemäss dem Staatsvertrag «Zwischen der Schweiz, Österreich-Ungarn, zugleich in Vertretung für Liechtenstein, von Feldkirch nach Buchs, Abgeschlossen am 27. August 1870» besteht eigentlich bereits eine Konzession für eine solche direkte Verbindung! Jedenfalls befremdet es, wenn im Ausland über solche Ideen berichtet wird und bei uns nicht. Befremden tut auch, dass man den Schaanwäldern, Nendlern und Schaanern eine Zunahme des internationalen Güterverkehrs zumuten tut und zur Entlastung dieser drei Orte keine alternativen Varianten vorlegt. Erstaunen tut auch, dass der VCL, aber auch die Regierung keine Variantenvorschläge vom Generalplaner Stopper verlangt hat. Für solche Infrastrukturprojekte sollte man sich nicht nur auf die Idee einer Einzelperson fixieren.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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