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Leserbrief

Wer hat den Grössten

Markus Sprenger, Architekt, Kathmandu | 13. März 2015

Uni Liechtenstein

Zur Veranstaltung «Torre Reforma: Stararchitekt des grössten Turms Lateinamerikas zu Gast an der Universität Liechtenstein»: Was soll das denn? Jeder kann im Internet rationale oder abgedreht verrückte Hochhaustheorien/-Konzepte nachlesen und studieren, was viele Studenten und Interessierte auch nutzen – logischerweise.
Ich denke, es wäre angebracht, an der Universität vermehrt mitzuhelfen, rational über «Las torres pequeñas de Liechtenstein» nachzudenken, mit all ihren kleinen aber noch überschaubaran, architektonischen und städtebaulichen «Knööpf», wie zum Beispiel dem unglücklichen «Platz für alle»-Konzept, Vaduz, den vertanen Chancen mit dem Abriss des Zeitzeugen PAV-Areal, den Möglichkeiten der Erschliessung respektive der Reaktivierung von Gaflei (siehe Diskussionsvorschlag von Max Ospelt) oder der gewalttätig inszenierten Zentrumsplanung Triesen, den vielen toten Gemeindezentren in Balzers, Eschen, Schellenberg, Ruggell etc.
Wir haben einen «Kleinen», aber noch Überschaubaren – es erscheint mir aber mit fortschreitendem Alter, dass wir selbst den nicht meistern können.
Brauchen wir deshalb Ablenkung mit grossen Stars? Ich denke nicht. Die Universität Liechtenstein sollte dahin zurückkehren, wo sie hingehört: In die Region und speziell nach Liechtenstein. Meiner Meinung nach brauchen wir Architekten und Raumplaner, die mithelfen, Beiträge für liechtensteinische und regionale Fragen zu entwickeln.
Dieses Wer-hat-den-Grössten-Gehabe mag Werbung und Aquise für Architekturstudenten sein, hilft aber nicht besonders in der Diskussion zur Lösungsfindung für die künftige kleinräumliche Entwicklung Liechtensteins.

Markus Sprenger, Architekt, Kathmandu

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