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Leserbrief

Liechtenstein braucht keine S-Bahn! (Teil zwei)

Landtagsfraktion der Unabhängigen (kurz: DU) | 10. März 2015

Verkehrspolitik

Im ersten Teil des am Samstag erschienen Beitrags legte der DU-Abgeordnete Erich Hasler den Daumen auf die konzeptlose Wirtschafts- und Steuerpolitik der FBP/VU-Regierung, die die trotz einer Zunahme von 14 000 Beschäftigten im Jahr 2013 weniger Firmensteuern in die Kasse spült als noch im Jahre 2000! Im zweiten Teil seines Votums stellte der DU-Abgeordnete den Nutzen des S-Bahn-Projekts für die inländische Bevölkerung grundsätzlich infrage und bemängelt das fehlende Engagement der Regierung für ein Gesamtverkehrskonzept. Nachstehend der zweite Teil des Votums (siehe auch www.du4.li).
«Wenn es um die Frage geht, ob wir eine S-Bahn brauchen oder wollen, dann kann dies jeder Einzelne von uns für sich beantworten, indem er sich selbst fragt, wie oft er die Bahn zwischen Feldkirch und Buchs in den vergangenen Jahren benutzt hat und wie oft er diese in den nächsten Jahren zu benutzen gedenkt. Wenn jemand die Bahn zwischen Feldkirch und Buchs weder in der Vergangenheit genutzt hat noch in der Zukunft benutzen wird, dann ist auch nicht einzusehen, warum man für die S-Bahn sein könnte.
Ein möglicher Nutzen der S-Bahn könnte noch darin gesehen werden, dass man sich eine gewisse Entlastung der Strasse erhofft, wenn beispielsweise Grenzgänger für die Fahrt zum Arbeitsplatz vermehrt die S-Bahn benutzen. Hier muss allerdings gesagt werden, dass die Zahl der Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren derart stark zugenommen hat, dass sich ein Umsteigeeffekt kaum zu einer Entlastung der Strassen im Unterland führen wird.
Wer also glaubt, dass mit der S-Bahn die Verkehrsprobleme im Unterland entschärft werden können, verbreitet nach meiner Auffassung gezielt Falschinformationen. Anstatt einer einseitigen, angebotsorientierten Förderung des öffentlichen Verkehrs durch den Bau der S-Bahn braucht es ein Gesamtkonzept, das insbesondere auch den Individualverkehr mit einbezieht. Vordringlich ist beispielsweise eine Verbindung der österreichischen und schweizerischen Rheintal-Autobahnen, damit zumindest der Schwerverkehr vom Grenzübergang Schaanwald ferngehalten werden kann und auch Grenzgänger direkt auf die Schweizer Autobahn auffahren können. Diesbezüglich würde ich mir wünschen, dass sich die Regierung bei ihren Besuchen in Wien stärker für dieses Projekt einsetzen würde.
Wenn man über die Kosten der S-Bahn spricht, darf man nicht nur über die einmaligen Investitionskosten des Landes in der Höhe von 45 Millionen Euro sprechen, sondern muss auch die jährlich anfallenden Kosten in der Grössenordnung von circa 2 Millionen Franken berücksichtigen. Dazu kommen noch die Kosten, die für die Sanierung der bestehenden Strasse-/Bahnkreuzungen, das heisst für die Erstellung von Unter- oder Überführungen, in naher Zukunft aufgewendet werden müssen.»

Landtagsfraktion der Unabhängigen (kurz: DU)

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