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Leserbrief

Beschämende Nachsicht für schwere Tierquälerei

Georg Kieber,Binzastrasse 6, Mauren | 10. März 2015

Urteil des Landgerichts

Mit Holzstöcken schlug ein Klauenpfleger und sein nicht gelernter Gehilfe Rinder blutig und prügelte so lange auf die Tiere ein, bis die Schlagstöcke auseinanderbrachen. Ausserdem quälten sie die Tiere mit einem mit einer Metallwindung umgebenen Schlauch und verabreichten ihnen Elektroschocks. Wegen den unsachgemäss geschnittenen Klauen waren drei Viertel der Tiere anschliessend lahm. (Bericht, «Vaterland», 7. März 2015) Der Viehbesitzer klagte beim Landgericht, jedoch nicht etwa wegen Tierquälerei, sondern er verlangte Schadenersatz. Da die Tiere einen Monat lang nicht gehen konnten – man halte sich vor Augen, was diesen Rindern angetan wurde – musste der Bauer die Rinder mit dem Anhänger auf die Weide fahren und klagte daher auf Geld für seine Transportkosten. Der Richter nahm den Landwirt, der diesen wegen Körperverletzung vorbestraften, unfähigen, aber wahrscheinlich billigen, Klauenpfleger mit Gehilfe auf seinen Hof bestellte und deren grauenhaftes Treiben mit seiner Herde offensichtlich gewähren liess, überhaupt nicht in die Verantwortung. Dem Klauenpfleger verhängte er nicht einmal ein Berufsverbot und bewertete dessen brutale Tierquälerei wohl als Banalität. Den Freispruch verklemmte er sich zwar, belegte den Klauenpfleger (weil vorbestraft mit einer erhöhten!) gerade mal symbolischen Busse von 200 Franken, sein Gehilfe muss 100 Franken zahlen. Mit diesen lächerlichen Bussen, die nichts mit Strafe zu tun haben, lässt der Richter erkennen, wie er solches Tun qualifiziert. Seine Nachsicht ist beschämend.


Georg Kieber,
Binzastrasse 6, Mauren

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