Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Eine Schattenburg in Vaduz?

Philip Schädler,Alvierweg 19, Vaduz | 5. März 2015

«Gnuag Platz för alli»

Am 15. März werden wir wissen, ob die Vaduzer Stimmbürger ihren Rathausplatz behalten wollen, oder ob dort ein grosser Zweckbau entstehen soll, welcher den jetzigen Rathausplatz zu einem schattigen Innenhof degradieren wird. Mit geschönten und perspektivisch verzerrten Bildern wird versucht, den Vaduzern eine Illusion von einem belebten Rathausplatz zu vermitteln. Mit dem geplanten Projekt werden wir in Vaduz den schattigsten Rathausplatz in Liechtenstein erhalten, eingekreist von einem überdimensionierten Gebäude mit einer düsteren Markthalle mit Durchzug sowie anderen undefinierten Räumlichkeiten, für deren Nutzung es keinen Bedarf gibt. Eine Schattenburg im Zentrum von Vaduz?
Wie konnte es zu dieser Fehlplanung kommen? Ich denke, dass die Idee, die Entwicklung des Rathausplatzes an einen Investor abzugeben, das Projekt in eine falsche Richtung getrieben hat – und teilweise Ausdruck einer Verunsicherung oder Orientierungslosigkeit war. Warum sonst sollte das Herz von Vaduz an einen Investor verkauft werden? So wurde aus der Idee einer Neugestaltung des Rathausplatzes ein überdimensioniertes Zweckgebäude. Der Investor stieg aus, aber dessen überdimensioniertes Gebäude blieb und wurde weitergetrieben – mit dem vorliegenden Resultat.
Was wir Vaduzer jetzt schon ahnen, ist, dass es durch dieses Gebäude keine Belebung des Vaduzer Städtles geben wird. Vielmehr wird die Gemeinde sich daran machen müssen, das Gebäude selbst zu beleben und zu füllen!
Wir müssen auch keine Experten sein, um zu erkennen, dass ein Gebäude dieses Ausmasses im Zentrum von Vaduz den Verkehr durchs Dorf stark beeinträchtigen wird. Gott sei Dank wurde das vor der Abstimmung noch erkannt und ein Planungsbüro beauftragt, einen möglichen Verkehrsfluss zu skizzieren, der funktionieren und das Wahlvolk überzeugen soll. Dazu wurden die Ideen eines Provisoriums für ein Ersatz- Busterminal und eine Neugestaltung der Marktplatzgarage inklusive Busterminal als Skizzen in die Gesamtpräsentation eingearbeitet. Genaue Baupläne, Termine oder Kostenschätzungen für diese notwendigen Zusatzvorhaben gibt es nicht. Dafür schöne Bilder einer Utopie. Auch kein Wort über die Ausmasse der Baustelle und deren Auswirkungen. Überhaupt soll das schöne paradiesische Bild der neuen Vaduzer «Vision» auf keinen Fall einen Riss bekommen.
Wollen wir 56,1 Millionen Franken für ein Gebäude ausgeben, dessen Hauptnutzen noch gesucht wird und dessen Nachteile ins Auge stechen? Aber Geld ist für die Befürworter sowieso kein Thema. Davon hat Vaduz genug und es soll endlich seiner Bestimmung zugeführt werden. Aber für ein Gebäude, das eine Fehlplanung ist und an den Bedürfnissen der Vaduzer vorbeigeht, ist jeder Rappen zu schade!

Philip Schädler,
Alvierweg 19, Vaduz

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung