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Leserbrief

AHV-Rentenkürzung eine Frechheit?

Hansrudi Sele,Pradafant 1, Vaduz | 26. Februar 2015

Die Regierung spart

Eine Rentnerin bezeichnete die vorgeschlagenen Kürzungen und Abgabenerhöhungen bei der AHV als eine Frechheit. Sie sehe nicht ein, weshalb man einerseits für die AHV das Geld nicht aufbringen könne oder wolle, und andererseits wolle das Land Projekte realisieren, deren Nutzen von vielen in Zweifel gezogen würden.
Als eine Frechheit würde ich die vorgeschlagenen AHV-Massnahmen nicht bezeichnen. Aber sie sind eine Schreibtischlösung ohne jede Empathie. Deshalb empfinden viele diese Vorschläge als ungehörig. Vor allem die Kürzung der 13. AHV-Rente sei wohl von Personen ausgedacht worden, die jedes Jahr im Dezember ein schönes dreizehntes Gehalt entgegennehmen und sich nicht vorstellen können, was der Wegfall der 13. Rente für viele Rentenbezüger bedeutet.
Eine Rentenkürzung ist nicht erforderlich. Die Finanzierung der AHV kann auf anderem Wege ohne eine derartige Verschlechterung unserer Altersversicherung sichergestellt werden. Eine Rentenkürzung ist wie eine Lohnkürzung. Sie bedeutet nicht nur für die Betroffenen eine Schmälerung, sondern führt auch zu einem Konsumrückgang, wovon vor allem unser Gewerbe betroffen wäre. Erschwerend kommen dazu die höheren Gebühren, Pflegekosten, Krankenkassenprämien oder die teureren Fahrkarten.
Die Schweiz macht es uns vor. In einem Interview erklärte Bundesrat Berset kürzlich: «(...) Deshalb schlägt der Bundesrat ja vor, die AHV mit zusätzlichen Mitteln, statt mit Leistungskürzungen zu stabilisieren. Mit der Reform Altersvorsorge 2020 wird die AHV pro Jahr etwa fünf Milliarden Franken mehr zur Verfügung haben, vor allem aus der Erhöhung der Mehrwertsteuer.» («Migrosmagazin» vom 23. Februar 2015) Die geplante Mehrwertsteuererhöhung wird auch bei uns wirksam werden!
In den Äusserungen der eingangs erwähnten Rentnerin ist noch etwas anderes angeklungen. Das Verbreiten von aufgebauschten Katastrophenszenarien könnte zu unerwünschtem Sparverhalten in anderen Politik-Bereichen führen, nach der Devise: Wenn schon sparen, dann dort, wo es am wenigsten weh tut. Dieses Sparen könnte zu Abstimmungsergebnissen führen, die Bauchweh bereiten.

Hansrudi Sele,
Pradafant 1, Vaduz

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