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Leserbrief

Zur S-Bahn «FL–A–CH»

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 25. Februar 2015

Verkehrspolitik

Kürzlich gab es ein Treffen der schweizerischen Bundesrätin Doris Leuthard mit dem österreichischen Verkehrsminister, Herrn Alois Stöger. Angesprochen wurde, gemäss der Pressemitteilung vom Eidgenössische Departement für Verkehr, die Bahnstrecke von Zürich über Bregenz, Lindau bis München. Der einspurige Streckenabschnitt in Vorarlberg wird wohl so lange angesprochen werden, bis sich Österreich durchringen wird, endlich das Nadelöhr zwischen Zürich und München in Doppelspur auszubauen, damit die Reisezeiten deutlich verringert werden können. Im Vordergrund steht natürlich auch eine Kapazitätserweiterung für den Personen- und Güterverkehr.
Dieselbe Strecke kann mit einem Fernbus in wesentlich kürzerer Zeit befahren werden. So bieten verschiedenste private Busunternehmen, nun sogar die Deutsche Bundesbahn, eine direkte Busverbindung zwischen den beiden Metropolitanräumen an.
Gemäss der Pressemitteilung bekräftigen zudem beide Minister ihren politischen Willen zur Umsetzung des S-Bahn-Projekts «FL–A–CH» von Buchs nach Feldkirch. Da muten die zwei Minister der benachbarten Staaten der Gemeinde Schaan, auch Nendeln, etwas zu, was in ihren Ländern aufgrund ihrer Gesetzgebung kaum realisierbar ist. Sowohl in der Schweiz als auch in Österreich müssten bei einem Bahntrasseausbau mit grosser Wahrscheinlichkeit die sechs bestehenden Bahnübergänge in Schaan durch Unter- oder Überführungen ersetzt werden. Dies wird in den nächsten Jahrzehnten wegen Sicherheitüberlegungen bezüglich Zugunglücken und Zugzusammenstössen wohl auch bei uns ein Diskussionspunkt werden. Bezahlen werden diese Bahnunter- oder überführungen wohl wir müssen, wie kürzlich Paul Stopper, Ideenträger der «FL–A–CH», in einem «Volksblatt»-Beitrag erklärt hatte. Es geht da mindestens um 100 bis 200 Millionen.
In Österreich sind die letzten Jahrzehnte, ab Feldkirch bis Wien, praktisch sämtliche niveaugleichen Bahnübergänge durch Unter- oder Überführungen ersetzt worden. Am Walensee, nördlich von Murg, gibt es immer noch einen kurzen einspurigen Streckenabschnitt. Da werden verschiedenste Tunnelprojekte, sogar bis nach Walenstadt, angesprochen. Es geht auch darum, dass die Barriere in Unterterzen eliminiert werden kann. Derzeit werden die Machbarkeiten untersucht. Bei der «FL–A–CH» wurden solche Masterplanverfahren, von Paul Stopper bis zur Regierung, nie angesprochen.
Dass solches nun auch von den beiden Ministern bezüglich «FL–A–CH» ignoriert wird, erstaunt. Vielmehr wird es so sein, dass Frau Leuthard und Herr Stöger nicht bewusst ist, dass die Bahntrasseführung durch Liechtenstein, samt den Bahnschranken, aus dem vorletzten Jahrhundert stammt und kein praktikabler Lösungsansatz für den zu erwartenden, zusätzlich aufkommenden internationalen Personen- und Güterverkehr zwischen Ost und West ist. Das vorliegende «FL–A–CH»-Projekt könnte mit grösster Wahrscheinlichkeit weder in der Schweiz noch in Österreich in vorgelegter Form realisiert werden. Bei vergleichbaren Dimensionen würden in der Schweiz und Österreich eine Tunnelvariante für den internationalen Personen- und Güterverkehr angepeilt, wie verschiedenste Beispiele belegen.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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