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Leserbrief

Die CO2-Sünder und der Tanz ums goldene Kalb

Manfred Büchel,Gastelun 4, Eschen | 19. Februar 2015

Klimahandel

Sie kennen sicher diese Praxis: «Die Kunst, jemanden über den Tisch zu ziehen, besteht darin, dass der Betroffene die dadurch entstehende Reibungswärme als Nestwärme empfindet.»
Die Klimapolitiker sowie deren Knechte beherrschen diese Kunst bis zur Perfektion. Sucht man auf Google «CO2-Fussabdruck», wird man schnell fündig – klimacode.li, atmosfair.de, klimaohnegrenzen.de, solarafrika.ch, myclimate.org, southpolecarbon.com etc.
Beim Knecht myclimate.org, zum Beispiel, kann man sich auf der Homepage den CO2-Fussabdruck berechnen lassen und wird bei jeder Berechnung höflichst aufgefordert, doch einen Kompensationsbeitrag zu entrichten. Also kann ich mich für meine Sünden freikaufen. Dem aber nicht genüge. Die Berechnungsparameter sind haarsträubend falsch. Beim Heizöl (leicht) bekommt man bei 1000 Litern eine CO2-Emmission von 3189 Tonnen berechnet. Da aber 1000 Liter Heizöl nur 2,68 Tonnen CO2 emittieren, wird einfach die Berechnungsformel von 1000 Kilogramm Heizöl eingesetzt, was natürlich diesen Unterschied ausmacht. (Bewusst oder auch nicht, sei mal dahingestellt.) Lassen wir uns die Emission des Stroms auch noch berechnen, dann wird es aber ganz lustig. Bei 1000 KWh berechnet mir myclimate sagenhafte 0,840 Tonnen CO2. Das deutsche Umweltbundesamt berechnete den CO2-Strommix für das Jahr 2013 auf 0,559 Tonnen pro 1000 KWh. Wir verbraten in Liechtenstein also mehr CO2 auf dem Strom als die Deutschen. «Glauben macht selig.»
Nicht viel anders sieht es beim Knecht klimacode.li aus. Beim Heizöl also 3,08 Tonnen pro 1000 Liter. Beim Strom etwas gnädiger mit 0,52 Tonnen pro 1000 KWh.
Wird’s schon langsam warm?
Beziehen wir aber von unseren guten LKW die Produktekennzeichnung, so stellen wir mit Erstaunen fest, dass der CO2-Gehalt pro 1000 KWh laut 1to1Energy lediglich auf 7,43 Kilogramm zu liegen kommt. Also 113 Mal weniger als bei myclimate.ch.
Spätestens jetzt müssten Sie die Nestwärme spüren!
Da aber, die mir zwischenzeitlich unglaubwürdigen, myclimate.org und southpolecarbon.com sich auch noch an der Kinder-Uni mit entsprechenden Referenten beteiligen, erscheint mir mehr als nur grotesk. Somit stellt sich also die Frage, ob sich der mündige Bürger nicht nur mit Klimapolitik, sondern auch noch mit politischem Klima auseinandersetzen sollte.

Manfred Büchel,
Gastelun 4, Eschen

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