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Leserbrief

LIEmobil bewegt das Land

Luda FrommeltLandstrasse 92, Triesenberg | 18. Februar 2015

Öffentlicher Verkehr

Am Mittwoch, den 11. Februar, fuhr ich mit dem Bus mittags nach Malbun zum Skifahren. Er sollte um 13.07 Uhr bei den Bergbahnen ankommen. Der Bus hat circa 8 Minuten Verspätung, das kann ja wohl vorkommen. Ein Skiständer am Bus ist nicht vorhanden, so liegen Ski, Snowboards und Schlitten im Gang, das sollte wohl nicht vorkommen. Der Bus ist gut gefüllt. Für die Retourfahrt ab Bergbahnen heisst es bereits um 15.37 Uhr einzusteigen. Der Bus fährt dann bis Jöraboda hoch, wendet dort und fährt dann um 15.44 Uhr talwärts. Dieser Bus ist total überfüllt. Jene Fahrgäste, mit denen ich sprach, sind sich einig: Es ist eine Zumutung. Der Chauffeur meint dazu: «Ihr wisst ja wo beschweren.»
Mit einem einigermassen abgestimmten Fahrplan auf die Betriebszeiten der Bahnen (Nachmittagskarte) von 12.30 Uhr bis 16 Uhr könnte ich bis zu 3,5 Stunden Skifahren. Mit der aktuellen Bus-Verbindung gibt es gerade mal knappe 2,5 Stunden. Übrigens: Der nächste Bus würde um 17.14 Uhr talwärts fahren, soviel zu den Wahlmöglichkeiten von Montag bis Freitag. Am Wochenende und in den Ferien kommt der Skibus mit guten Verbindungen zum Einsatz. Auch bemerkenswert ist, dass das Malbuner Zentrum nicht mehr angefahren wird. Hier könnte man schon sarkastisch sagen: Malbun ist statt autofrei nun wenigstens busfrei.
Dann gibt es auch dies: Ich stehe bei der Haltestelle Rizlina und schaue den Fahrplan talwärts an. Ich bin etwas irritiert über die Angaben auf der Tafel. Doch nun kommt der Bus. Daheim lese ich im Fahrplan auf Seite 47 nach, da steht: «Verstärkungsfahrten – Im Fahrplan sind einige Kurse goldgelb markiert. Diese Kurse fahren nur bei Bedarf (insbesondere in der Hochsaison) nach/von Malbun. Mit einer Vorlaufzeit von einigen Tagen werden auf www.liemobil, auf den Bildschirmen in den Bussen sowie in den Landeszeitungen die Kurse kommuniziert, die verlängert werden.» Diesmal hatte ich Glück, doch woher soll ich wissen, ob heute Bedarf besteht, wenn ich irgendwo auf dieser Linie zusteige?
Dann gibt es auch dies: Wer ins’ Gaflei fahren möchte, dem sei geraten, den Fahrplan genau zu studieren und mitzunehmen, sein Handy mit dabei zu haben und jeden Spaziergang und jede sportliche Aktivität genau zu planen. Denn da gibt es ein Rufbus-System. Das heisst eine halbe Stunde vorher anrufen, damit auch ein Bus kommt.
Dann gibt es auch dies: Die Schulkinder in Triesenberg können seit der Fahrplanumstellung im Dezember 2014 weder morgens, noch mittags noch nachmittags die Busse vernünftig nutzen, da diese nicht mehr zu den Schul- und Kindergartenzeiten passen. So werden nun noch mehr Kinder mit privaten Autos gefahren, was ein tägliches Chaos beim Schulhaus Obergufer verursacht und die Kinder lernen, dass ein Mama- oder Papataxi zum Alltag gehört.
So stelle ich zusammenfassend fest, dass Busfahren bei weniger Dienstleistung teurer und unattraktiver geworden ist. Dies wird sich wohl so auswirken, dass der Privatverkehr weiter zunimmt. So stellt sich die Frage, ob LIEmobil aber auch Regierung und Landtag das so wollen, denn ohne staatliche Gelder wird sich das wohl nicht ändern. Es bleibt der kleine Trost, dass die Gemeinde Triesenberg mein Abo subventioniert. Die LIEmobil wirbt damit, das Land zu bewegen, zumindest werden so die Gemüter bewegt.

Luda Frommelt
Landstrasse 92, Triesenberg

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