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Leserbrief

Fasten mit Humor

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 14. Februar 2015

Glaube

Fasnacht vor der Fastenzeit ist wohl eine kluge Erfindung, um humorvoll «Leviten» zu lesen und Ärger lustig loszuwerden.
In einer Kirchenzeitung sah ich kürzlich neben einem strahlenden Kindergesicht den fastnächtlichen Titel: «Christsein ohne Humor hat keinen Witz.» Ich liebe den Humor, weil er sehr ernste Botschaften schmunzelnd vermittelt und ihnen dadurch den Stachel der Tragik nimmt.
Aus der Kirchengeschichte kenne ich etliche humorvolle Heilige wie Philipp Neri. Besonders beeindruckt mich Thomas Morus, der als Lordkanzler des Königs Heinrich von diesem zum Tod verurteilt wurde, weil er ihn nicht als Haupt der Kirche in England anerkannte. Den Kopf schon unter dem tödlichen Beil, schob er seinen Bart zur Seite mit der lauten Bemerkung: «Du hast ja keinen Hochverrat begangen.»
Johannes XXIII. hatte es als Papst nicht leicht, aber er konnte über sich selbst lachen: «Johannes, nimm dich nicht so wichtig!»
Jesus warnte seine Jünger, die um die ersten Plätze stritten: Wer unter euch der Erste sein will, werde der Diener aller! Und: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, kommt ihr nicht ins Himmelreich!
Echter Humor verbindet Altersweisheit mit Kinderfröhlichkeit. E. Kästner nennt den Humor das «ernsteste Thema der Welt». Er ist eine Frucht menschlicher Reife und die Versöhnung mit sich selbst und mit der Umwelt – eben: Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Humor nährt sich aus der Liebesfähigkeit, dem Wohlwollen und der Lebensfreude. Jesus brachte uns die anspruchsvolle frohe Botschaft, für die uns der humorvolle Papst Franziskus begeistern will … die österliche Busszeit ist die günstige Zeit dafür!

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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