Leserbrief

AHV-Revision mit 13. Rente

Hansrudi Sele,Pradafant 1, Vaduz | 12. Februar 2015

AHV-Finanzierung

Je mehr für die Streichung der 13. AHV-Rente und für Beitragserhöhungen zur Finanzierung der AHV propagiert wird, desto mehr wächst der Unmut bei den Betroffenen. Von den vorgeschlagenen Massnahmen sind alle betroffen, sowohl die Beitragszahler als auch die Rentenbezüger. Der Unmut ist verständlich, denn, auf einen kurzen Nenner gebracht, sollen für eine schlechtere Altersversicherung künftig höhere Beiträge bezahlt werden. Wer würde so eine Versicherung kaufen?
Die AHV ist kein Sanierungsfall. Bei Lösungen für die längerfristige Finanzierung sollte man vom demografischen Wandel nicht nur reden, sondern ihn beim Finanzierungsmodell mit einbeziehen. Das heisst, man kann der zahlenmässig immer kleiner werdenden nachkommenden Generation nicht weiterhin überlassen, das zunehmende Rentenaufkommen zu finanzieren. Weil das nicht geht, was jeder sieht, man aber in diesem Denkmuster gefangen bleibt, erhöht man die Abgaben und kürzt die Leistungen. Eine Leistungskürzung ist keine Finanzierung!
Die 13. AHV–Rente ist eine Besonderheit unserer Altersversicherung. Sie abzuschaffen ist weniger für die heutigen als für die künftigen Rentenbezüger eine empfindliche Einbusse. Berufstätige, die einen 13. Lohn bekommen, empfinden diesen Zustupf auf Jahresende in der Regel als höchst willkommen. So ergeht es den Rentenbezügern mit der 13. Rente. Anstatt auf der Leistungsseite Kürzungen vorzunehmen und gleichzeitig die Beiträge zu erhöhen, könnte als Alternative in Betracht gezogen werden, den Kreis der Beitragszahler zu erweitern. Das würde bedeuten, nebst den heutigen Beitragszahlern auch die Rentenbezüger im In- und Ausland für Beitragszahlungen heranzuziehen. Für die Beibehaltung von Qualität ist man eher bereit, einen etwas höheren Preis zu entrichten als für ein verschlechtertes Produkt.
Ob man die 13. Rente beibehalten oder streichen will, ist weniger eine Expertenfrage als eine Willenssache, zu klären durch die Politik. Und da wecken die Äusserungen einiger Landtagsabgeordneter Hoffnung.

Hansrudi Sele,
Pradafant 1, Vaduz

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