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Leserbrief

Fragwürdige Unterstützung der Konkurrenz

Herbert Elkuch, Erich Hasler,DU-Abgeordnete | 12. Februar 2015

Gesundheitsmarkt

In Bendern ist die modernste Augenklinik des Rheintals mit zwei OP-Sälen höchsten Standards angesiedelt. Demnächst erhält das Unterland in Bendern zudem eine weitere, moderne Privatklinik in einem dreigeschossigen Gebäudekomplex mit 20 Betten, zwei OP-Sälen und einem Hybrid-OP-Saal. Investitionsvolumen: zirka 50 Millionen Franken. Das Oberland besitzt auch noch ein Spital mit zwei OP-Sälen und 74 Betten. Die beiden Privatkliniken im Unterland mit modernster Ausstattung sind auf den Export von Gesundheitsleistungen angewiesen. Nur dann wird sich die Investition rechnen. Wenn dies klappt, werden auch Steuereinnahmen für die Standortgemeinde und das Land Liechtenstein anfallen.
Nun ist soeben in Fläsch, ausgerechnet im Einzugsgebiet unserer Spitäler, der Spatenstich für eine weitere Privatklinik («Klinik Gut») gemacht worden. Diese intensiviert den Kampf um gut betuchte Privatpatienten. Ausserdem hat das Medizinische Zentrum Bad Ragaz per Ende 2013 vom Kanton St. Gallen die Betriebsbewilligung zum Führen einer stationären Rehabilitationsklinik erhalten, die sich vor allem auf privatversicherte Patienten und vermögende Personen fokussiert.
Die Aufrüstung mit neuen Kliniken in unserer Region wird zweifellos auch Auswirkungen auf unser Landesspital haben. Nicht die Abdeckung aller Fachgebiete, sondern eine Spezialisierung auf einzelne ist die Strategie der Privatkliniken. Ein «Provinzspital», das alles und doch zu wenig entsprechend dem Gusto der immer anspruchsvolleren Patienten anzubieten hat, wird es zukünftig immer schwerer haben. Das Management des Landesspitals versucht, mit der Kooperation mit dem Zentrumsspital Chur einen Mittelweg einzuschlagen.
Warum Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini ausgerechnet beim Spatenstich der Klinik Gut, der zukünftigen Konkurrenz für unsere Spitäler und Kliniken, mit dabei war und in die Kamera lächelt, ist angesichts dieser Situation nicht nachvollziehbar. Derweil, so scheint es, arbeitet das Landesspital mit der Zustimmung des Gesundheitsministers fleissig an weiteren Expansionsplänen, die den Entwicklungen auf dem Gesundheitsmarkt hinterherhinken. Sicher ist aber eines: Die Privatkliniken werden dem Landesspital langsam, aber sicher das Wasser abgraben. Eine beängstigende Entwicklung für Personen, die sich keine Privatversicherung leisten können. Was übrig bleiben wird, ist eine Zweiklassengesellschaft und ein sich vergrössernder Kostenblock im Bereich Spital, der dann von den Prämien- oder Steuerzahlern berappt werden muss.

Herbert Elkuch, Erich Hasler,
DU-Abgeordnete

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