Leserbrief

Wo wir wohnen und daheim sind: DLZ Sonne Triesen und «Gnuag Platz för alli»

Engelbert Schurte,Sägastrasse 27, Triesen | 12. Februar 2015

Zentrumsgestaltung

Während der letzten paar Jahre habe ich den halben Vaduzer Gemeinderat buchstäblich als Kindergarten empfunden. Sie haben nicht dafür gearbeitet, wofür sie gewählt wurden. Rund die Hälfte war nicht in der Lage, am gleichen Strick zu ziehen. Ich schlage daher vor, dass die Vaterländische Union Gemeinderäte wählen soll, die Verantwortung übernehmen und sich nicht darauf beschränken, alles zu kritisieren und permanent Nein zu sagen. Es gilt – so wie ein Unternehmer – zu arbeiten und die besten Lösungen zu finden. Der Gemeinderat soll für alle Bürger von Vaduz da sein, es hat ja auch «gnuag Platz för alli».

Paul Ospelt,
Mitteldorf 30, Vaduz

Seit Wochen wirbt die Gemeinde Vaduz für die neue Zentrumsplanung. Allein schon mit seinem Namen stellt das Siegerprojekt einen zu hohen Anspruch an sich selbst und ist dadurch ein Ding der Unmöglichkeit. Zwei Kinosäle und ein Kleintheater (vorwiegend nachtaktive Betriebe!) sind bereits eingeplante Möglichkeiten einer Nutzung. Ansonsten ist, vor der 56 Millionen-Franken-Abstimmung, mit Folgeinvestitionen von weiteren geschätzten 30 Millionen Franken, die Nutzung des neuen Gebäudes noch offen. Eine neue Wundertüte ist geboren. Der ehemalige Investor ist abgesprungen oder wurde ausgeladen. Die Gemeindeadministration hat das Management übernommen. Das Ungeplante wird zurzeit als Vorteil verkauft. Seit 1998, als Vaduz mit der neuen Fussgängerzone zu punkten hoffte, ist die Gemeinde mit einer beispiellosen und nicht gerade billigen Belebungspolitik beschäftigt. Wie bei Ali Baba soll sich nun der Sesam zum lange ersehnten Erfolg öffnen. Verführerisch werden allerlei «attraktive» Situationen aus der Vergangenheit in die Visualisierung hineinprojiziert. Eine perfekte Welt wird da gezeigt, alles steht betriebsbereit da, sauber und geräuschlos, die Schweizer Berge grüs-sen hinter einer schnörkellosen Architektur. Hell, sonnig und ohne jeden Schatten präsentieren sich die neuen Plätze. Wie kann Herr und Frau Vaduzer da noch an einem Erfolg zweifeln? Ich frage mich, ist das nicht ein neues Märchen aus 1001 Nacht? Hat man in den letzten 15 Jahren überhaupt etwas gelernt und bei dieser Planung die notwendigen Schlüsse daraus gezogen? Es sieht mir nicht danach aus, denn ein Gebäude allein ist noch keine Lösung fürs Städtle!

Walter Meier,
Städtle 4, Vaduz

Ich stelle fest, dass einige Kritiker zu kritisch sind, alles besser machen würden. Aber man kann nicht immer gegen vernünftige Entscheidungen sein. Es ist sicher richtig, dass Entscheidungen kritisch und sachlich angeschaut werden. Darum brauchen wir auch solche Mitbürger, die sich für unsachliche Entscheide einsetzen. Wenn wir aber nur noch Kritiker und Besserwisser im öffentlichen und politischen Raum an der vorderen Front gehabt hätten, wäre unser Land noch um rund 50 Jahre zurückversetzt. Ein Bauernstaat mit kleinen Bauerndörfern. Jeglicher Fortschritt und jegliche Innovation hätten nicht stattfinden können.
Positive Beispiele von Gemeinden sind Buchs oder Mels. Diese haben heute eine attraktive Einkaufsmeile und laden zum Verweilen ein. Anders als Schaan oder Vaduz. In unseren Gemeinden wurden Einkaufszentren abgewiesen. Die Bevölkerung Liechtensteins wird somit quasi aufgefordert, im benachbarten Ausland einzukaufen, da die Möglichkeiten in Liechtenstein weniger attraktiv sind.
Im Dorfzentrum von Triesen selbst besteht derzeit nicht einmal die Möglichkeit, einzukaufen. Seit der Schliessung des Sunna-Markts gibt es keinen Supermarkt mehr, der die täglichen Bedürfnisse und die Notversorgung deckt. Kann das wirklich sein in einer Gemeinde mit rund 5000 Bewohnern? Über die Planung (Gestaltungsplan) kann man geteilter Meinung sein, aber ein Dienstleistungs- und Einkaufszentrum braucht eine gewisse Grös-se und Gestaltung, damit der Geschäftsablauf funktioniert (Logistik … etc.). Man kann nicht immer gegen alles sein. Besonders nicht, wenn man keine bessere Alternative vorzuweisen hat.
Der Gemeinderat hat das Projekt sicher geprüft und für gut befunden, sonst wäre nicht mehrheitlich zugestimmt worden.
«Gnuag Platz för alli»: Es gibt Kritiker und Besserwisser, für die jedes Projekt das Falsche ist. Deshalb sind sie auch gegen das Projekt «Gnuag Platz för alli». Es wird aber endlich Zeit, dass die Vaduzer Gemeinde-Stimmbürger diesem Projekt zustimmen. Es wurden in der Vergangenheit zu viele Projekte abgelehnt und somit wurde ein Fortschritt verhindert. Durch die neue Gestaltung würde Vaduz endlich ein attraktives Zentrum erhalten, worauf wir Liechtensteiner stolz sein könnten. Schliesslich ist ja Vaduz unser Hauptort und dieser sollte sich auch als solcher präsentieren können.

Fasnächtliche Grüsse,

Engelbert Schurte,
Sägastrasse 27, Triesen

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