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Leserbrief

Auf den Knien vor der Hausbar

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 11. Februar 2015

Trinkgewohnheiten

In der «Sapperlot»-Kolumne im «Vaterland» vom 10. Februar meinte Frau Janine Köpfli, sich zu den Trinksitten und -gebräuchen der hiesigen Bevölkerung äussern zu müssen. «Wenn die Liechtensteiner zusammenkommen, fehlt in den wenigsten Fällen die Flasche Bier, das Glas Wein, der Becher Glühwein oder sonst ein Mixgetränk mit Schuss», lautete die knallharte Analyse. Zu dieser Beschreibung kollektiven Trinkverhaltens möchte ich – quasi ergänzend – nun ein Beispiel meines individuellen Umgangs mit Hochprozentigem beisteuern. Dank Frau Köpfli bin ich dazu in der Lage. Ihr moralinsaurer Beitrag hat bei mir das Folgende ausgelöst: Nachdem ich ihren Text gelesen hatte, bin ich wortlos vom Mittagstisch aufgestanden und habe mich, wie von Geisterhand gesteuert, auf der geradesten Linie zu unserer Hausbar begeben. Wie vor einem Altar bin ich dort auf die Knie gefallen. Wahllos habe ich zur erstbesten Flasche Hochprozentigem gegriffen; diese entkorkt, ohne jeden weiteren, unnötigen Zeitverlust an die Lippen gesetzt und mir einen (mehr als nur) kräftigen Schluck durch die Kehle rinnen lassen. Müsste ich das Gefühl der Erleichterung, der Ruhe und Wärme beschreiben, das mich kurze Zeit später durchströmte, ich könnte nur scheitern. Schon nach kurzer Zeit war alles wieder lustig. Vor lauter Freude hab ich mir noch einen Schluck gegönnt. Diesmal aber zivilisiert aus dem Glas und gezielt einen feinen, schottischen Single Malt. Sehr zum Wohl, Frau Köpfli!

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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