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Leserbrief

«Des Menschen Wille ist ...»

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 16. Januar 2016

Grundeinkommen

... sein Himmelreich», heisst es, Herr Dr. Gnehm. Insofern muss ich wohl damit leben, dass Sie meine Argumente gegen das bedingungslose Grundeinkommen in ihr Gegenteil umdeuten wollen. Durch Ihren Text ist mir ohnehin bewusst geworden, dass eine Beurteilung dieser Idee nur möglich ist, wenn man sich den ideologischen Hintergrund, das sozialistische Weltbild ihrer Befürworter vor Augen hält. Dann vertritt eben jemand zum Beispiel den Standpunkt, dass der «Boden, die Erfahrung, das Wissen unserer Vorfahren allen Menschen gehören». Dabei ist es so: der Boden gehört dem jeweiligen Bodeneigentümer; das Wissen, die Erfahrung dem, der sich das erarbeitet beziehungsweise aneignet. Die Theorie der «Tragik der Allmende» hat ihre Richtigkeit. Menschen mit ihrer politischen Überzeugung ignorieren dieses belegte Phänomen hartnäckig. Ein weiterer Punkt ist das ständige Beschwören des Endes der Arbeit. Arbeit gibt es heute mehr als gestern. «Leistungslose» Einkommen aus der Finanzwirtschaft? Nur, wenn die Märkte ausgeschaltet werden und der von ihresgleichen so hoch geschätzte Staat seine Finger im Spiel hat. Ansonsten gibt (gab?) es das Risiko. Seine perfide Wirkung: bei falschen Investitionsentscheiden führt es zum Verlust der eingesetzten Mittel. Der Roboter braucht das Joghurt nicht, das er produziert hat? Wieso? Sollte er das? Reicht es nicht, wenn zum Beispiel derjenige, der den Roboter gebaut hat, Joghurt braucht? Es ist ungerecht, wenn nur diejenigen vom Güterberg konsumieren dürfen, die eine Erwerbsarbeit gefunden haben? Wo, bitte, soll das in der Realität der Fall sein? Was für ein propagandistischer Unsinn! Gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen bin ich aber vor allem auch, weil nur Untertanen ein bedingungsloses Grundeinkommen beziehen. Freie Menschen verschachern ihre Freiheit und ihre Würde nicht für ein paar Silberlinge an die Obrigkeit. Und bei all dem Text, den Sie präsentiert haben, eine Frage beantworten auch Sie nicht. Nämlich: Wer bezahlt? Geben Sie mir doch bitte eine klare Antwort auf diese allereinfachste Frage. Eine unkomplizierte und nachvollziehbare Antwort, bitte. Ich hoffe, das ist Ihnen nicht zu unangnehm, Herr Dr. Gnehm?

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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