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Leserbrief

Krisen wecken Visionen

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 7. Februar 2015

Glaube

J. Estermann träumt von der «Renaissance nicht materieller Werte: Glauben und Spiritualität».
Viel Grund zur Hoffnung!
Der Verein «Die neue Schweiz entsteht in der Stadt» spricht von einer «besseren Zukunft» in vernetzten Nachbarschaften von ca. 500 Personen, die zusammen leben, essen, reisen und so eine Unmenge Energie, Wasser, Land ... sparen. Das liess mich an Klostergemeinschaften denken, wo Menschen zusammen leben und alles teilen, weshalb sie «frei» sind, Bedürftigen aller Art zu helfen. Haben sich die Klöster der reichen Nordhalbkugel deswegen entvölkert, und blieben die Neueintritte wegen der gerühmten Selbstbestimmung aus? Sparen, ohne die Lebensqualität zu senken, ja sie sogar zu steigern, könnte unsere Welt zu «Riesenklöstern» machen.
Kann diese Vision gelingen, wenn die Visionäre die Religion = Rückbindung an Gott, ausklammern? Geschlossene Klöster wie die Benediktiner/-innen haben trotz mancher Tiefs 1000 Jahre überlebt. Viele Apostolische Gemeinschaften, die auf die Nöte einer bestimmten Zeit antworten, erlöschen seit je nach etwa 150 Jahren. Wie lange wird «die neue Schweiz in der Stadt» bestehen, falls sie überhaupt «entsteht»?
Der Wunsch nach «gutem Leben» für alle entspricht sicher dem Schöpfungsplan Gottes, aber die Voraussetzung dafür ist, dass die Menschen ihrem angeborenen Gewissen, der Stimme Gottes im eigenen Innern, gehorchen, versöhnte Vielfalt leben. Die Freiheit, die den Menschen Gott ähnlich macht, so dass er/sie lieben kann, birgt in sich die Gefahr des Missbrauchs. Folge davon sind Kriege in der Familie, im Dorf und zwischen den Völkern.
Umdenken ist Gebot der Stunde wie vor 2000 Jahren, als Jesus uns das «gute – nicht das bequeme – Leben» vorgemacht hat.

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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