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Leserbrief

Koran ruft nicht zum Töten auf!

Mohamed Elghazzali,Wolfgangstrasse 28b, Feldkirch | 7. Februar 2015

Islam-Debatte

Lassen wir in der Diskussion mal alle Bezüge auf Personen weg und reden nur über die Sache. Die sogenannte «Aufklärung» von Manfred Schlapp im «Vaterland»-Interview vom 17. Januar würdigt den Islam zu einem Kriegstreiber herab. Insofern ist Herr Schlapp der Täter und nicht das Opfer einer Hetzjagd. Der Koran ruft nicht zur Tötung Ungläubiger auf, dass das einmal klar ist. In der damaligen historischen Situation kam die Kureishi-Familie aus Mekka mit einem grossen Heer nach Medina, um die muslimische Gemeinde zu vernichten. Mohamed wurde nach Jahren der Verfolgung und Flucht ermächtigt, sich zu verteidigen. Es geht hier definitiv nicht um einen Freibrief, Menschen anzugreifen. Manfred Schlapp klammert sich genauso wie die radikalen Islamisten an einzelne Verse ohne geschichtlichen Kontext und ohne den Gesamtzusammenhang des Koran zu verstehen. Die dominierenden koranischen Themen Gerechtigkeit, Vernunft, Achtung des Anderen und Respekt gegenüber anderen Glaubensrichtungen, insbesondere den monotheistischen Religionen Christentum und Judentum gegenüber, Absage an Trunksucht, Völlerei, Grausamkeit und Tyrannei sowie Mitleid mit Armen und Schwachen (Witwen und Waisen) kommen bei Herrn Schlapp nicht vor. Das Credo Mohameds war das Zusammenleben in Frieden. Was der IS mit seinen Gefangenen macht, ist satanisch und hat mit dem Islam Mohameds nichts, aber auch gar nichts zu tun. Ich nehme mir das Recht, den Koran auf einer sachlichen Ebene zu verteidigen, in der Gewissheit, dass die islamische Welt sich seit Jahrhunderten kritisch mit ihrer eigenen Überlieferung auseinandersetzt. Der heutige Zustand des Missbrauchs des Islam fordert alle Muslime dazu auf, sich über jahrhundertealte Fehlentwicklungen, Anpassungen der Lehre an herrschende Machtinteressen und ideologische Verirrungen Gedanken zu machen. Genauso ist die westliche Welt aufgefordert, sich mit seiner über Jahrzehnte desaströsen Politik in Nahost auseinanderzusetzen wie auch mit seinem Umgang mit Immigranten. Der Koran aber ist der Ursprung der Lehre und das richtige Mittel, den Islamisten ihren katastrophalen Irrweg aufzuzeigen. Das Christentum des Mittelalters (Hexenverbrennungen, etc.) hat sich genauso wie das Christentum der Jetztzeit auf die Bibel berufen. Muss die Bibel deshalb entsorgt werden? Bitte versachlichen wir die Debatte in Liechtenstein über den Islam und kommen weg von persönlichen Beleidigungen und Ressentiments!

Mohamed Elghazzali,
Wolfgangstrasse 28b, Feldkirch

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