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Leserbrief

Medien – die einzige Wahrheit?

Christina Zimmer,Fürst-Franz-Josef-Strasse 46, Mauren | 5. Februar 2015

Kein Hausmann

Das Frauennetz Liechtenstein hat im Dezember 2014 auch eine Forderung an die Medien gestellt. Gefordert wird die «gleichwertige Erwähnung und Präsentation von Frauen und Männern in den Medien».
Mit Engagement und viel Einsatz habe ich persönlich und mit weiteren Delegierten dafür gesorgt, dass sowohl der Forderungskatalog, aber auch generell das Frauennetz und wir Frauen in den Medien präsent sind und bleiben. In dem ich mich selber ins Rampenlicht stellte – um bitter zu erfahren, dass die zwei Zeitungsmedien hier im Land ihre Berichterstattung frei interpretieren und formulieren. Bei der Podiumsdiskussion der Freien Liste zum Thema «Ressource gebildete Hausfrau» am 28. Januar habe ich von meinem Familienmodell erzählt und dabei erwähnt, dass mein Mann (selbstständig) und ich (angestellt) uns die Erwerbstätigkeit und Betreuung unserer Kinder komplett untereinander aufteilen, sprich keine ausserhäusliche Betreuung beanspruchen, trotzdem ich 100 Prozent ausser Haus arbeite. Dies ist in unserer Familie möglich, in vielen oder den meisten andren Familien wahrscheinlich nicht.
Das wurde vom Redakteur einer Tageszeitung so interpretiert, dass mein Mann Hausmann ist. Dies entspricht nicht den Tatsachen und verärgert mich, denn wenn in Zeitungsberichten nur einzelne Fakten herausgepickt und in ein anderes Licht gestellt werden, bekommen Aussagen plötzlich einen ganz anderen Wert. Und mein ganzes Engagement, für das Aufbrechen von Rollenmustern zu kämpfen, wird ad absurdum geführt.
Unser Familienmodell wird offenbar leicht falsch verstanden, weil es vorerst unlogisch erscheint, wenn beide Elternteile arbeiten, einer davon Vollzeit und trotzdem keine ausserhäusliche Kinderbetreuung nötig ist. Dieses Modell stellt uns vor andere Herausforderungen als Familien, die ihre Kinder während der Erwerbsarbeit von anderen betreuen lassen, aber das will ich hier nicht thematisieren.
Mir geht es darum aufzuzeigen, dass für eine genaue und richtige Berichterstattung einerseits nötig ist, dass Medienvertreter aufmerksam zuhören und Tatsachen wiedergeben, und andererseits (wahrscheinlich noch wichtiger) die Leser das Gedruckte kritisch hinterfragen. In diesem Sinne hoffe ich – liebe Journalistinnen und Journalisten – dass sich solche Missverständnisse zukünftig vermeiden lassen. Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich weiterhin eine gute Lektüre mit kritischem Blick!

Christina Zimmer,
Fürst-Franz-Josef-Strasse 46, Mauren

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