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Leserbrief

Wir kommen doch alle in den CO2-Himmel

Eschnerstrasse 64, Bendern | 5. Februar 2015

Umweltschutz

Um weiter Produkte aus aller Herren Länder in die Schweiz fliegen zu können und trotz dem CO2 noch gut dazustehen, hat sich nun Coop Schweiz etwas äusserst Perfides ausgedacht.
Coop schwätzt den Arbeitern in Kenia, die im Jammerlohn auf den Schnittblumenplantagen seine Blumen pflücken, billige Holzöfchen, für drei Franken das Stück auf. Die simplen Öfen hätten angeblich eine bis zu 50 Prozent bessere Energieeffizienz. Zwar würde das die CO2-Produktion beim Import der Schnittblumen nicht verkleinern, der Nutzen wäre aber ganz enorm. Um ihn zu verdeutlichen, richtet Coop mit der ganz grossen Schmutzkelle an und rechnet vor:
Der Import von einer Tonne Fisch verursache 14,6 Tonnen CO2. Was lediglich drei der kleinen Öfen durch effizientere Verbrennung pro Jahr wieder gutmachen würden. Wohlbemerkt: Bei diesem Ofen handelt es sich um eine primitive Blechbüchse, ohne Kamin und ohne Türe. Also die genau gleiche Bauart, wie ein Feuerstellenring aus Steinen, aber halt aus billigem schwarzem Blech.
Und man staune weiter: Das Projekt wäre der «Gold Standard» in der «Champions League» der CO2-Kompensation. Mit nur 1600 solcher primitiven Öfelchen generiere man Emissionszertifikate im Wert von 160 000 Franken. Zudem würde das Projekt die lokale Bevölkerung miteinbeziehen, den Aufbau von Know-how mit einfachen Technologien fördern und es nähme Rücksicht auf die Natur und trage zur Biodiversität bei. Zudem wäre der ökonomische Wert, des von Abholzung verschonten Gebietes 350 000 Franken, der volkswirtschaftliche Wert der durch die geringe Rauchbelastung verhinderten Todesfälle 325 000 Franken und der wirtschaftliche Mehrwert der durch die Holzsuche eingesparten Zeit 600 000 Franken.
Bei dieser Auflistung ist wenigstens eine gewisse Logik erkennbar. Nämlich, wenn der Wert der verhinderten Todesfälle 325 000 Franken ausmacht, bedeutet das, dass mehr Leute durch die geringere Rauchgasbelastung durch die Verbrennung von dem neuen Ofen ohne Kamin, gegenüber dem Verbrennen im Steinring auch ohne Kamin übrig bleiben und ergo mehr Zeit zum Holzsammeln übrig wäre, die aber durch die neuen Öfen nicht notwendig ist. Der Zinseszins des Todes sozusagen.
Diesen Zinseszins des Todes unseres Planeten bekommen wir auch vom Landtag spendiert, der sich blind und weltenretterisch an die goldenen CO2-Zertifikate klammert und meint, damit noch Gutes zu tun. Löbliche Ausnahmen, die solcher Volksverdummung entgegentreten, sind Herbert Elkuch, Erich Hasler und Pio Schurti.

Jo. Schädler,

Eschnerstrasse 64, Bendern

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